Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba treibt seine Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) weiter voran, während der Konzern gleichzeitig mit neuen juristischen Auseinandersetzungen in den USA konfrontiert wird. Das Unternehmen führt eine bedeutende Finanzierungsrunde für ein spezialisiertes KI-Startup an, sieht sich jedoch Vorwürfen wegen mutmaßlich irreführender Aussagen zu Sicherheitsrisiken und Regulierungsfragen gegenüber.
Strategisches Investment in UniPat AI
Wie Bloomberg berichtet, führt Alibaba eine Investmentrunde in Höhe von 300 Millionen US-Dollar für UniPat AI an. Das Startup ist auf das Training von KI-Modellen sowie Benchmarking spezialisiert. Durch diese Kapitalspritze wird UniPat AI mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Neben Alibaba beteiligen sich auch andere Schwergewichte wie Tencent Holdings und die Investmentfirma HSG an der Finanzierung.
Dieser Schritt unterstreicht die Strategie des Konzerns, durch gezielte Beteiligungen ein breites Ökosystem im Bereich der künstlichen Intelligenz aufzubauen.
Während der Markt für KI-Anwendungen in China hart umkämpft bleibt, sichert sich Alibaba durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern wie UniPat AI Zugriff auf Know-how in der Validierung und Optimierung von Sprachmodellen. Am gestrigen Freitag schloss die Aktie im europäischen Handel bei 94,30 Euro, was einem leichten Tagesgewinn von 0,9 Prozent entspricht.
Sammelklagen wegen Vorwürfen zu Militärkontakten
Parallel zu den Expansionsplänen gerät Alibaba juristisch unter Druck. Medienberichten zufolge wurden in den vergangenen Tagen mehrere Sammelklagen gegen das Unternehmen eingereicht.
Die Kläger werfen dem Management vor, irreführende oder falsche Angaben in Bezug auf zwei kritische Bereiche gemacht zu haben: angebliche Verbindungen zum Militär im Rahmen des US-amerikanischen National Defense Authorization Act sowie die Anfälligkeit der eigenen Systeme für sogenannte „AI Distillation Attacks“ gegen Modelle von Drittanbietern.
Diese Klagen beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 26. Juni 2025 und dem 24. Juni des laufenden Jahres. Aktionäre, die in dieser Spanne Anteile erworben haben, können sich bis zum 5. Oktober einer Sammelklage anschließen.
Derartige rechtliche Auseinandersetzungen belasten häufig die Stimmung der Anleger, da sie Unsicherheiten über künftige regulatorische Sanktionen oder Entschädigungszahlungen schüren. Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier mit einem Abschlag von 26 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Vertrauensbeweis durch Insider und Analysten
Ein konträres Signal senden die jüngsten Aktivitäten in der Führungsetage. Ende August wurden umfangreiche Aktienkäufe durch hochrangige Führungskräfte von Alibaba gemeldet.
Solche Insider-Käufe gelten am Markt oft als Indikator für eine interne Einschätzung, dass die Aktie aktuell unterbewertet ist. Dies steht im Gegensatz zu Verkäufen im Juni, als J. Michael Evans, President und Vice Chairman des Unternehmens, in zwei Transaktionen Anteile im Gesamtwert von über 68,36 Millionen US-Dollar veräußerte.
Auch von Analystenseite gab es zuletzt positive Signale. Die Experten von Barclays erhöhten vor rund drei Wochen ihr Kursziel für das Papier von 195 auf 200 US-Dollar und bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“.
Susquehanna hob Ende August das Ziel von 185 auf 190 US-Dollar an. Die Analysten stufen den Wert weiterhin als positiv ein, was auf ein gewisses Vertrauen in die langfristige Erholungsfähigkeit hindeutet. Der aktuelle Kurs liegt derzeit etwa 19 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.
Anleger richten ihren Blick nun auf den 1. Dezember, wenn Alibaba die nächsten Quartalszahlen vorlegen wird. Diese Ergebnisse dürften zeigen, inwieweit die Investitionen in KI und die Restrukturierung der Kernbereiche die Profitabilität stabilisieren können, während die rechtlichen Unsicherheiten in den USA bestehen bleiben.
Alibaba-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alibaba-Analyse vom 12. September liefert die Antwort:
Die neusten Alibaba-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alibaba-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alibaba: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
