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Alibaba Aktie: Pentagon-Klage vom 23. Juni

Alibaba verklagt das Pentagon wegen Einstufung als Militärunternehmen. Die Aktie fällt auf 83,50 Euro und nähert sich dem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Klage gegen Pentagon eingereicht
  • Aktie fällt auf 83,50 Euro
  • Vorwurf des KI-Diebstahls
  • Schwaches 618-Shopping-Festival

Der chinesische E-Commerce- und Tech-Riese Alibaba hat eine schwere Woche hinter sich. Die Aktie fiel bis Freitag auf 83,50 Euro und verlor auf Siebttagesicht knapp zehn Prozent an Wert. Nur noch fünf Prozent trennen den Kurs vom 52-Wochen-Tief bei 79,50 Euro.

Klage gegen das Pentagon

Am 23. Juni reichte Alibaba vor einem US-Bundesgericht Klage ein. Das Unternehmen will seine Einstufung als „chinesisches Militärunternehmen“ durch das Pentagon kippen lassen. Die Behörde hatte diese Kennzeichnung am 8. Juni vergeben. Für Alibaba bedeutet das: Risiken für Regierungsaufträge und mögliche Investitionsbeschränkungen.

Der Konzern argumentiert, die Einstufung entbehre jeder rechtlichen und faktischen Grundlage. Das Pentagon habe kein faires Verfahren gewährleistet – Alibaba habe weder eine Anhörung noch eine Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten. Das Unternehmen betont, es stehe in keiner Verbindung zum chinesischen Militär und liefere ausschließlich Produkte für den zivilen und kommerziellen Gebrauch.

Zusätzliche Belastungen

Hinzu kommen weitere Probleme. Der KI-Anthropic-Konkurrent Anthropic beschuldigte Mitarbeiter von Alibabas Qwen-KI-Labor, einen groß angelegten „Distillation-Angriff“ durchgeführt zu haben. Zwischen dem 22. April und 5. Juni sollen knapp 25.000 betrügerische Konten genutzt worden sein, um Fähigkeiten von Anthropics Claude-Modellen zu extrahieren. Der Vorwurf wiegt schwer für Alibabas KI-Ambitionen.

Auch das Geschäft schwächelt. Die Ergebnisse des chinesischen 618-Shopping-Festivals fielen schwach aus. Das Fest ist ein wichtiger Gradmesser für Alibabas Kerngeschäft – den E-Commerce. Die Zahlen deuten auf ein nachlassendes Wachstum hin.

Kapitalrückkauf als Signal

Trotz der Turbulenzen setzt Alibaba auf seine Kapitalrückkaufsstrategie. Am 22. Juni erwarb das Unternehmen 952.488 eigene Aktien an der New Yorker Börse für rund 12,5 Millionen US-Dollar. Die Papiere werden eingezogen.

Die Aktie notiert tief im überverkauften Bereich. Der 14-Tage-RSI liegt bei 17,4 – ein klares Signal, dass kurzfristig orientierte Anleger ausgestiegen sind. Experten von Nomura senkten das Kursziel, bleiben aber grundsätzlich positiv. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“.

Doch die Bewertung bleibt angespannt. Der Kurs liegt 48 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 161,60 Euro aus dem Oktober 2025. Auch die gleitenden Durchschnitte für 50, 100 und 200 Tage werden klar unterschritten – ein technisch bärisches Bild.

Die nächste Richtung entscheidet sich wohl mit dem Ausgang der Klage gegen das Pentagon. Bis dahin bleibt Alibaba ein volatiler Wert mit hohem Risiko, aber auch mit Potenzial für eine technische Gegenbewegung.

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