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Alibaba Aktie: Pentagon-Bann vorerst gestoppt

Ein US-Gericht erlaubt Alibaba vorübergehend wieder Lobbyarbeit in Washington. Der Konzern kämpft gegen die Aufnahme auf eine schwarze Liste des Pentagons.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vorläufige Ausnahme vom Lobbyverbot
  • Alibaba wehrt sich gegen Militärliste
  • Strafzahlung von 600 Millionen US-Dollar
  • Aktie seit Jahresbeginn stark gefallen

Alibaba atmet auf. Ein US-Bundesgericht zwingt das Pentagon zu einem vorläufigen Rückzieher. Der chinesische E-Commerce-Gigant darf vorerst wieder Lobbyisten in Washington beschäftigen. Das durchbricht eine wochenlange Isolationskampagne der US-Behörden.

US-Bezirksrichterin Eumi K. Lee ordnete am Sonntag eine Ausnahme an. Zuvor hatte ein neues US-Gesetz Alibabas politisches Netzwerk praktisch über Nacht lahmgelegt. Die Regel verbietet dem US-Verteidigungsministerium Geschäfte mit Lobbyfirmen, die Unternehmen der sogenannten 1260H-Liste vertreten. Auf diesem Index sammelt das Pentagon vermeintliche chinesische Militärunternehmen.

Die Folge: Fünf große Lobbyagenturen ließen Alibaba als Mandanten fallen. Der Konzern wehrt sich seit Ende Juni juristisch gegen diesen Schritt. Ein Sprecher wies die Vorwürfe scharf zurück. Alibaba sei weder ein Militärunternehmen noch Teil einer staatlichen Fusionsstrategie. Das Gericht erlaubt dem Konzern nun vorerst wieder die politische Interessenvertretung.

Die Schwarze Liste umfasst mittlerweile 188 chinesische Firmen. Neben Alibaba klagen auch Baidu und der Autobauer BYD gegen das Stigma. Direkte US-Sanktionen bringt das 1260H-Label zwar nicht mit sich. Es schreckt aber westliche Investoren und Geschäftspartner massiv ab.

Neue Strafen und tiefer Kursfall

Der Teilerfolg in Washington verdeckt nur mühsam die anderen Baustellen. Erst vor wenigen Tagen akzeptierte Alibaba eine Strafzahlung von 600 Millionen US-Dollar. Damit legte der Konzern einen Streit mit dem US-Justizministerium bei. Plattformen des Unternehmens sollen den Verkauf illegaler Medikamente in die USA ermöglicht haben. Parallel prüft eine New Yorker Anwaltskanzlei mögliche Aktionärsklagen wegen irreführender Geschäftsinformationen.

Die juristischen Dauerfeuer hinterlassen tiefe Spuren im Chart. Am Freitag schloss die Aktie bei 85,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf über 35 Prozent. Vom Hoch aus dem vergangenen Oktober trennen den Kurs fast 47 Prozent.

Technisch gilt das Papier als stark angeschlagen. Der Kurs notiert rund 31 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Mit einem RSI-Wert von knapp 30 stufen Analysten die Aktie aktuell als überverkauft ein.

Der Gerichtsbeschluss vom Wochenende stoppt den Lobby-Bann nur temporär. Die Ausnahme gilt für maximal 60 Tage nach der nächsten Anhörung oder bis zur richterlichen Entscheidung über Alibabas Antrag. Erst dieses finale Urteil wird festlegen, ob der Konzern dauerhaft auf der Verbotsliste des Pentagons bleibt.

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Diskussion zu Alibaba

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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