Alibaba nimmt für seine technologische Neuausrichtung massive Gewinneinbußen in Kauf. Während das Nettoergebnis im jüngsten Quartal um 66 Prozent einbrach, fließen Milliarden in den Aufbau einer unabhängigen KI-Infrastruktur. Dieser radikale Kurswechsel spaltet derzeit auch die institutionellen Anleger.
Unabhängige Infrastruktur als Ziel
Im Zentrum der Strategie steht die sogenannte „Agentic AI“. Dabei handelt es sich um autonome Systeme, die komplexe Aufgabenfolgen selbstständig abarbeiten können. Um dies effizient zu realisieren, setzt der Konzern auf eine enge Verzahnung von Hard- und Software. Der neue hauseigene Prozessor XuanTie C950 ist speziell auf das Sprachmodell Qwen 3.6-Plus zugeschnitten. Das Ziel ist klar. Alibaba will sich mit dieser Kombination aus maßgeschneiderten Chips und eigenen Modellen zunehmend von westlichen Hardware-Architekturen unabhängig machen.
Teurer Umbau drückt die Bilanz
Dieser technologische Kraftakt hinterlässt tiefe Spuren in der Kasse. Im abgelaufenen Geschäftsquartal stürzte der Nettogewinn auf 15,6 Milliarden Renminbi ab. Auch der freie Cashflow schrumpfte im Jahresvergleich um 27,7 Milliarden Renminbi. Verantwortlich für den Rückgang sind vor allem aggressive Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie hohe Subventionen für das wachsende „Quick Commerce“-Segment. Trotz des Margendrucks bleibt die finanzielle Basis stabil. Mit Barreserven von rund 42,5 Milliarden US-Dollar verfügt das Management über ein äußerst komfortables Polster für den weiteren Umbau.
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Cloud-Wachstum als Gradmesser
Am Markt sorgt diese Entwicklung für gemischte Reaktionen. Während einige Fonds ihre Positionen wegen des kurzfristigen Margendrucks reduzieren, stocken andere Investoren wie Confluence Investment Management deutlich auf. Sie fokussieren sich auf das langfristige Potenzial der Cloud-Sparte. Hier verzeichnete das Unternehmen zuletzt ein externes Umsatzwachstum von 35 Prozent. Das Management hat ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: In den nächsten fünf Jahren soll der externe Umsatz mit Cloud- und KI-Diensten die Marke von 100 Milliarden US-Dollar übertreffen.
Aktuell notiert das Papier unter wichtigen gleitenden Durchschnitten und steht charttechnisch unter Druck. Die weitere fundamentale Bewertung hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell sich die neuen „Model-as-a-Service“-Angebote und die Unternehmensplattform Wukong in zählbare Umsätze verwandeln lassen.
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