Jahrelang dominierten regulatorische Sorgen und stagnierende Umsätze das Bild bei Alibaba. Jetzt liefert der chinesische Tech-Gigant einen triftigen Grund für Optimismus. Ein überraschend starkes Cloud-Geschäft und juristische Etappensiege treiben den Kurs massiv an.
Die Aktien schossen am Mittwoch um 9,66 Prozent nach oben. Sie notieren nun bei 94,20 Euro. Den Ausschlag gaben starke Vorabdaten für das abgelaufene Kalenderquartal.
Die Cloud-Sparte wuchs im Jahresvergleich um rasante 45 Prozent. Dieser Wert übertrifft die bisherigen Markterwartungen deutlich. Die hohe Nachfrage nach KI-Produkten befeuert dieses Wachstum spürbar.
Auch das Kerngeschäft stabilisiert sich. Die Profitabilität im E-Commerce lag exakt auf Vorjahresniveau. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Rückgang gerechnet. Die Verluste beim Dienst Taobao Flash Purchase sanken obendrein schneller als geplant.
Juristische Entspannung in den USA
Neben den operativen Erfolgen hellt sich das rechtliche Umfeld auf. Ein US-Bundesrichter blockierte am Sonntag eine gefährliche Einstufung des Pentagons. Das Verteidigungsministerium darf Alibaba vorerst nicht als chinesisches Militärunternehmen behandeln. Dadurch entfallen strenge Lobbying-Einschränkungen für den Konzern in Washington.
Dieser juristische Erfolg ergänzt eine weitere Einigung. Alibaba zahlt 600 Millionen Dollar an das US-Justizministerium. Damit legt das Unternehmen einen jahrelangen Streit um illegale Medikamentenverkäufe bei. Eine große regulatorische Last fällt somit weg.
Eigene Wege bei der Software
Im Technologiebereich vollzieht das Management einen harten Schnitt. Ab dem 10. Juli dürfen Mitarbeiter die KI-Werkzeuge des US-Anbieters Anthropic nicht mehr nutzen. Zuvor hatte das chinesische Industrieministerium vor möglichen Sicherheitslücken in der Software Claude gewarnt.
Alibaba setzt stattdessen auf eigene interne KI-Systeme. Der Markt wertet diesen Schritt positiv. Er stärkt die Datensicherheit im Konzern spürbar. Morgan Stanley bestätigte am Mittwoch die Einstufung der Aktie auf „Overweight“.
Trotz des Kurssprungs bleibt massiver Aufholbedarf. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 29 Prozent. Erst Ende Juni markierte der Titel ein Tief bei 79,50 Euro. Aktionäre blicken nun auf die erwartete Dividendenzahlung im Juli.
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