Albemarle baut um – und fährt dafür die Produktion an einem wichtigen Standort in Australien herunter. Das kommt nicht aus heiterem Himmel: Zwar legte der Lithium-Produzent im vierten Quartal beim Umsatz stärker zu als erwartet, beim Ergebnis blieb aber ein deutliches Minus. Was bedeutet der Produktionsstopp in Kemerton für das Jahr 2026?
- Umsatz Q4: 1,43 Mrd. US-Dollar (+16% zum Vorjahr), über Erwartung
- Bereinigtes EPS: -0,53 US-Dollar, schlechter als erwartet
- Nettoverlust: 414,2 Mio. US-Dollar (u. a. durch Steuern und Abschreibungen)
- Kemerton (WA): komplette Stilllegung („care and maintenance“), 250–275 Jobs betroffen
- Umsatzprognose 2026: 4,1 bis 7,8 Mrd. US-Dollar (abhängig vom Lithiumpreis)
Kemerton wird komplett stillgelegt
Albemarle versetzt das Lithiumhydroxid-Werk Kemerton in Westaustralien mit sofortiger Wirkung in den Status „care and maintenance“. Konkret wird „Train 1“ stillgelegt – der letzte noch laufende Verarbeitungsschritt am Standort.
Zuvor hatte das Unternehmen bereits „Train 2“ im Juli 2024 angehalten. Zudem stoppte Albemarle früher den Bau der geplanten „Trains 3 und 4“. Laut Berichten von ABC News und The Brisbane Times sind etwa 250 bis 275 Arbeitsplätze betroffen.
CEO Kent Masters verwies darauf, dass sich Lithiumpreise zuletzt zwar erholt hätten, aber weiterhin nicht ausreichten, um die höheren Betriebskosten der westlichen Hartgestein-Umwandlung am Standort zu tragen. Die zugesagten Absatzmengen für 2026 will Albemarle über andere Standorte im globalen Netzwerk abdecken.
Quartalszahlen: Umsatz top, Ergebnis schwach
Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 veröffentlichte Albemarle gestern. Der Umsatz („Net Sales“) stieg auf 1,43 Mrd. US-Dollar und lag damit über der FactSet-Konsensschätzung von 1,35 Mrd. US-Dollar.
Unter dem Strich rutschte der Konzern jedoch tiefer in die roten Zahlen: Der Nettoverlust belief sich auf 414,2 Mio. US-Dollar. Belastend wirkten laut Unternehmen vor allem Steuereffekte sowie Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Ketjen-Geschäfts. Bereinigt meldete Albemarle einen Verlust je Aktie von 0,53 US-Dollar – Analysten hatten nur mit einem kleineren Minus von etwa 0,40 bis 0,49 US-Dollar gerechnet.
Im Segment Energy Storage, einem zentralen Bereich, kletterte der Umsatz auf 759 Mio. US-Dollar (+23%). Das bereinigte EBITDA lag bei 167 Mio. US-Dollar. Trotz höherer Volumina drückt das Preisumfeld weiter auf die Margen.
Ausblick 2026: Große Spanne, Capex stabil
Für 2026 gab Albemarle eine flexibel angelegte Prognose, die verschiedene Lithium-Marktszenarien abbilden soll. Je nach angenommenem Lithiumcarbonat-Äquivalent-Preis (LCE) von 10 bis 30 US-Dollar je Kilogramm erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 4,1 und 7,8 Mrd. US-Dollar.
Die Investitionen (Capex) sollen 2026 im Vergleich zu 2025 in etwa stabil bleiben und bei 550 bis 600 Mio. US-Dollar liegen. Am Morgen notierte die Aktie bei 172,77 US-Dollar und damit rund 1,52% unter dem Schlusskurs vom Vortag.
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