Der Übernahmereigen um den niederländischen Farbenhersteller ist vorerst vorbei — und das schlägt an der Börse hart durch. Nippon Paint und Sherwin-Williams haben ihre gemeinsamen Kaufbemühungen aufgegeben, nachdem Akzo Nobel ihr Angebot abgelehnt hatte. Die Aktie verlor daraufhin rund 19 Prozent.
Was war angeboten worden — und warum scheiterte es?
Das Konsortium hatte 73 Euro je Aktie in bar geboten, was Akzo Nobel auf rund 12,5 Milliarden Euro bewertet hätte. Das Unternehmen wies das Angebot zurück: Es unterbewertet das Geschäft, biete zu wenig regulatorische Sicherheit und hätte den Konzern zwischen den beiden Käufern aufgeteilt. Nippon Paint hätte die Dekorfarben- und Industriebeschichtungssparte behalten, Sherwin-Williams die Automobil-, Marine- und Pulverbeschichtungsaktivitäten übernommen. Diese Aufspaltungslogik war für den Vorstand offenbar nicht akzeptabel.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Der Kursrückgang spiegelt vor allem das Platzen einer Übernahmeprämie wider, die erst Ende Mai für einen Anstieg von rund 20 Prozent gesorgt hatte.
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Axalta bleibt der Plan
Akzo Nobel hält an seiner Fusionsstrategie mit dem US-Konzern Axalta Coating Systems fest. Beide Verwaltungsräte bekräftigten einhellig ihre Unterstützung für den Zusammenschluss. Das kombinierte Unternehmen würde einen geschätzten Unternehmenswert von rund 25 Milliarden Dollar erreichen, Akzo Nobel würde 55 Prozent halten und die Börsennotierung nach New York verlegen. Die geplanten Synergien belaufen sich auf 600 Millionen Dollar jährlich — der Großteil soll innerhalb der ersten drei Jahre realisiert werden.
Analysten von Barclays verweisen darauf, dass die Axalta-Fusion bei vollständiger Synergierealisierung den abgelehnten 73-Euro-Preis übertreffen könnte. Allerdings sei das Angebot von Nippon und Sherwin-Williams trotzdem ein wichtiger Datenpunkt: Es habe die Debatte über die Bewertung neu eröffnet und gezeigt, dass Akzo Nobel durchaus als Übernahmekandidat gilt — eine Annahme, die zuvor nicht selbstverständlich war.
Aktionäre entscheiden im Juli
Ob der Axalta-Plan tatsächlich aufgeht, entscheidet sich bald. Die Aktionäre sollen Anfang Juli über den Zusammenschluss abstimmen, der Vollzug ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant. Bis dahin bleibt die Frage, ob ein weiterer Bieter in das Vakuum stößt — oder ob das Scheitern der Nippon-Sherwin-Offerte das Feld endgültig für Axalta bereitet.
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