Der Cloud- und Edge-Spezialist Akamai navigiert derzeit durch eine Phase massiver geschäftlicher Weichenstellungen. Während das Unternehmen vertragliche Großprojekte im Bereich der künstlichen Intelligenz vermeldet, rücken an den Finanzmärkten zunehmend die dafür nötigen Milliardeninvestitionen in den Fokus.
Am Freitag schloss die Aktie bei 96,72 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,7 Prozent entsprach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 28 Prozent.
Milliardenschwere Verpflichtungen belasten das Budget
Haupttreiber der jüngsten Entwicklung ist eine siebenjährige vertragliche Vereinbarung mit dem KI-Unternehmen Anthropic über Cloud-Kapazitäten im Umfang von 11,6 Milliarden $. Die Vereinbarung enthält zudem eine Option auf eine spätere Erweiterung um bis zu 9 Milliarden $. Parallel dazu räumte Akamai dem Partner einen Optionsschein ein, der bis zu etwa 5 Prozent der Akamai-Stammaktien umfasst.
Dem gewaltigen Auftragsvolumen stehen jedoch erhebliche finanzielle Vorleistungen gegenüber. Akamai veranschlagt die mit dem Vertrag verbundenen Investitionsausgaben auf rund 5,5 Milliarden $.
Allein für das Geschäftsjahr 2026 erhöht das Abkommen die Investitionsausgaben um circa 1,7 Milliarden $, um kritische Komponenten in den Lieferketten – darunter Speicherbausteine – frühzeitig zu sichern. Die Umsatzprognose für 2026 bleibt nach Unternehmensangaben von der Vereinbarung unberührt.
Analysten reagieren auf den Kapitalbedarf
Die Dimension dieser Investitionen löst bei Beobachtern eine Neubewertung aus. Medienberichten zufolge hat das Analysehaus DA Davidson am Montag sein Kursziel für Akamai von 185 $ auf 150 $ gesenkt, hält jedoch an der Einstufung „Buy“ fest.
Die Analysten begründeten die Zielsenkung mit den Mitteln, die für die Bereitstellung des Anthropic-Vertrags aufgebracht werden müssen. Insbesondere stellten sie die geschätzten Investitionsausgaben von rund 5,5 Milliarden $ einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von etwa 4 Milliarden $ gegenüber. Zudem wiesen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC vom 25. September zwei Vorankündigungen für geplante Aktienverkäufe durch Insider aus.
Dynamik abseits des Großprojekts
Ungeachtet der Diskussionen über die Kapitalintensität baut Akamai sein Cloud-Geschäft weiter aus. Am Montag vermeldete das Unternehmen den Abschluss der Migration von Park+, das seine Kerninfrastruktur vollständig auf Akamai Cloud verlegt hat. Das Mobilitätsunternehmen rechnet dadurch mit einer Senkung der Infrastrukturkosten um 50 Prozent bis 60 Prozent.
Parallel dazu erweitert der Konzern seine Kooperationen. Am Dienstag schloss sich der IT-Dienstleister SoftServe dem Partner Connect-Programm an, um Angebote in den Bereichen Multicloud, Edge-KI und Managed Services bereitzustellen.
Bereits am 23. September vereinbarte Akamai zudem eine siebenjährige Leistungsvereinbarung mit Lenovo Global Technologies Ireland International Limited über Hardware, Software und damit verbundene Dienstleistungen, zu deren finanziellem Umfang keine Angaben gemacht wurden.
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