Ein einziger Vertrag schickt eine ganze Aktie auf Höhenflug. Anthropic hat sich verpflichtet, Akamai über sieben Jahre hinweg 11,6 Milliarden Dollar für Cloud-Services zu zahlen — und die Wall Street reagiert mit einer Welle an Kurszielanhebungen, wie sie selten binnen weniger Stunden zu beobachten ist.
Der Vertrag übertrifft Akamais bisherigen größten Cloud-Deal von 1,8 Milliarden Dollar um ein Vielfaches und stellt das gesamte bisherige Cloud-Geschäft der Firma in den Schatten, das zuletzt gerade einmal 99 Millionen Dollar Quartalsumsatz einbrachte.
Die Einnahmen sollen ab den Geschäftsjahren 2027/28 anlaufen, danach mit 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr zu Buche schlagen. Zusätzlich räumt Akamai eine Option auf eine Erweiterung um bis zu 9 Milliarden Dollar ein, verbunden mit Optionsscheinen für insgesamt bis zu 7,7 Millionen Aktien.
Kapitalbedarf steigt deutlich
Der Deal hat seinen Preis: Akamai plant, in den kommenden fünf Quartalen 4,8 Milliarden Dollar an Kapital in den Ausbau der nötigen Infrastruktur zu stecken. Für die Aktie bedeutete die Nachricht zunächst einen Kurssprung von rund 20 Prozent im vorbörslichen Handel, nachdem der Titel zuvor auf 110,41 Dollar gefallen war.
Das Analystenbild fällt trotz der Euphorie unterschiedlich aus. BofA Securities hebt das Kursziel auf 185 Dollar an und bestätigt die Kaufempfehlung, gestützt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 für das Jahr 2029. Guggenheim geht mit 225 Dollar noch weiter, während JPMorgan die Aktie von „Underweight“ auf „Neutral“ hochstuft und ein Kursziel von 158 Dollar nennt.
UBS und TD Cowen bewegen sich mit 148 beziehungsweise 149 Dollar deutlich vorsichtiger, Evercore ISI bleibt bei 175 Dollar. Die Spanne der neuen Kursziele reicht damit von 148 bis 225 Dollar — ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Analysten die langfristige Wirkung des Deals auf Margen und Bewertung einschätzen.
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell über 41 zeigt, dass der Markt einen erheblichen Teil der künftigen Erträge bereits vorwegnimmt. Ob sich die hohen Erwartungen an das Wachstum durch den Anthropic-Vertrag tatsächlich erfüllen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die milliardenschweren Investitionen in Kapazität in tatsächliche Umsätze münden.
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