Eine Aktie, die seit Jahresbeginn um mehr als 128 Prozent gestiegen ist — und trotzdem häufen sich die Wetten gegen sie. Bei Aixtron baut sich kurz vor dem Quartalsbericht ein bemerkenswertes Spannungsfeld auf.
Leerverkäufer erhöhen den Druck
Walleye Capital LLC hat seine Short-Position zuletzt auf 0,53 Prozent ausgebaut. Mitte April verschärfte sich das Bild: Linden Advisors LP überschritt erstmals die meldepflichtige Schwelle mit 0,61 Prozent, während Walleye zeitgleich auf 0,66 Prozent aufstockte. Laut EU-Leerverkaufsverordnung werden Netto-Leerverkaufspositionen ab 0,5 Prozent des Aktienkapitals im Bundesanzeiger veröffentlichungspflichtig.
Aixtron ist kein neues Ziel dieser Strategie. Die aktuelle Shortquote von 3,14 Prozent liegt leicht über dem Zwölfmonatsmittel von 2,40 Prozent — ein gradueller Anstieg, kein Ausreißer.
Schwaches Q1, aber starker Auftragseingang
Die operativen Zahlen für das erste Quartal 2026 liefern den Leerverkäufern Argumente. Der vorläufige Umsatz lag bei rund 59 Millionen Euro — gegenüber 112,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang von knapp 47 Prozent. Die Bruttomarge fiel von 30 auf rund 18 Prozent, das EBIT rutschte auf minus 22 Millionen Euro. Ein Einmalaufwand im mittleren einstelligen Millionenbereich durch eine Personalmaßnahme belastete beide Kennzahlen zusätzlich.
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Der Auftragseingang erzählt eine andere Geschichte. Er stieg im ersten Quartal um rund 30 Prozent auf etwa 171 Millionen Euro — gut 65 Prozent davon entfielen auf das Segment Optoelektronik, das Aixtron als Schlüsselanbieter für photonische Komponenten in KI-Rechenzentren positioniert. Die liquiden Mittel kletterten von 224,6 Millionen Euro auf rund 273 Millionen Euro.
Prognose angehoben, Vollbericht morgen
Trotz des schwachen Quartals hob Aixtron die Jahresumsatzprognose auf 560 Millionen Euro an — zuvor waren es 520 Millionen Euro, jeweils plus/minus 30 Millionen Euro. Die erwartete EBIT-Marge wurde auf 17 bis 20 Prozent angehoben, nach zuvor 16 bis 19 Prozent. Basis der Kalkulation ist ein Wechselkurs von 1,20 US-Dollar je Euro.
Kein Wunder, dass das Kursumfeld für Leerverkäufer unbequem ist. Die Aktie notiert bei 44,69 Euro und damit knapp vier Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 46,62 Euro — während sie auf Jahressicht um fast 293 Prozent zugelegt hat. Am 30. April legt Aixtron die vollständigen Q1-Zahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob der starke Auftragseingang die Erwartungen an das Gesamtjahr stützt — oder ob die Details zu Margen und Guidance die Stimmung kippen.
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