Fast 295 Prozent Plus in zwölf Monaten — und heute ein neues 52-Wochen-Hoch bei 36,36 Euro. Die Kursrally der Aixtron-Aktie steht in scharfem Kontrast zu einer operativen Lage, die kaum Anlass zur Euphorie bietet.
Das erste Quartal 2026 verdeutlicht das Ausmaß der Schwäche: Aixtron erwartet nur rund 65 Millionen Euro Umsatz — Analysten hatten im Schnitt mit 111 Millionen Euro gerechnet. Eine Lücke von knapp 40 Prozent. Hauptursache ist das SiC-Segment, wo erhebliche Überkapazitäten bei Siliziumkarbid-Anlagen die Nachfrage drücken. Schon 2025 schrumpfte der Umsatz um 12 Prozent auf 556,6 Millionen Euro.
Malaysia als strategische Antwort
Aixtron reagiert mit einer Produktionsverlagerung nach Penang, Malaysia — geplante Investition: rund 40 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027. Der neue Standort soll Montage, Tests und Engineering-Support für den asiatischen Markt übernehmen, der bereits 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Betriebsstart ist für Frühjahr 2027 vorgesehen, erste Auslieferungen folgen in der zweiten Jahreshälfte. Der Schritt zielt explizit darauf ab, US-Sonderzölle auf Halbleiter zu umgehen, die den gesamten Sektor belasten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Aixtron?
Die Bilanz gibt dem Unternehmen dabei Spielraum: Die Eigenkapitalquote liegt bei 88 Prozent, liquide Mittel belaufen sich auf 224,6 Millionen Euro. Der Free Cashflow verbesserte sich 2025 um über 250 Millionen Euro auf 181,9 Millionen Euro — trotz schwachem Umsatzjahr. Die Dividende bleibt stabil bei 0,15 Euro je Aktie, zahlbar auf der Hauptversammlung am 13. Mai.
GaN und KI-Rechenzentren als Hoffnungsträger
Langfristig setzt CEO Felix Grawert auf Galliumnitrid. Optische Datenkommunikation und GaN-Leistungselektronik sollen 2026 wesentliche Umsatztreiber werden. Perspektivisch könnte die Stromversorgung von KI-Rechenzentren zur größten Einzelanwendung für GaN-Leistungshalbleiter avancieren. Beim SiC-Segment sieht Aixtron ab 2027 Rückenwind durch die zunehmende Verbreitung von 800-Volt-Batteriesystemen in der Elektromobilität.
Ob diese Wachstumsperspektiven die aktuelle Bewertung rechtfertigen, wird sich am 30. April zeigen: Dann legt Aixtron seine Quartalsergebnisse vor. Anleger werden vor allem auf Auftragseingänge und konkrete Buchungszahlen aus dem KI-bezogenen Anlagengeschäft schauen — Zahlen, die belegen müssen, dass die Rally mehr ist als Vorschusslorbeeren.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 8. April liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Aixtron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
