Der Halbleiterausrüster Aixtron erlebt an der Börse einen Höhenflug, der im krassen Gegensatz zur operativen Realität steht. Während das Papier zuletzt ein neues 52-Wochen-Hoch markierte, kämpft das Unternehmen mit schrumpfenden Umsätzen und streicht weitere Stellen. Anleger wetten offenbar massiv auf künftiges Wachstum im KI-Sektor und blenden die kurzfristigen Risiken dabei fast vollständig aus.
Massive Lücke bei den Erwartungen
Diese Diskrepanz manifestiert sich besonders deutlich im operativen Geschäft des laufenden ersten Quartals. Aixtron stellt lediglich rund 65 Millionen Euro Umsatz in Aussicht, was die Markterwartungen von durchschnittlich 111 Millionen Euro signifikant verfehlt. Verantwortlich für diese Lücke sind vor allem anhaltende Überkapazitäten im Siliziumkarbid-Segment (SiC), wo die Nachfrage der Kunden weiterhin schwächelt. Ungeachtet dieser trüben Aussichten kletterte die Aktie seit Jahresbeginn um knapp 90 Prozent nach oben, auch wenn sie heute leicht nachgibt und bei 37,10 Euro notiert.
Die widersprüchliche Gemengelage führt bei großen institutionellen Adressen zu unterschiedlichen Reaktionen. Morgan Stanley stockte seinen Stimmrechtsanteil Anfang April auf 4,81 Prozent auf. Im Gegensatz dazu reduzierte BlackRock seine Position leicht auf 7,43 Prozent.
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Strategiewechsel und Sparkurs
Das Management reagiert auf das schwierige Umfeld mit einem harten Einschnitt. Nach einer Reduzierung der Belegschaft um sieben Prozent im vergangenen Jahr folgt nun ein weiterer Stellenabbau am Standort Herzogenrath. Diese Maßnahme soll Einsparungen im mittleren einstelligen Millionenbereich bringen und die schwächelnde Marge stützen.
Gleichzeitig forciert CEO Felix Grawert einen strategischen Schwenk in Richtung Künstliche Intelligenz und Optoelektronik. Aixtron kalkuliert damit, dass sich die Nachfrage nach Datacom-Lasern für KI-Rechenzentren im laufenden Jahr mehr als verdoppelt. Die Stromversorgung dieser Rechenzentren soll in naher Zukunft zur größten Einzelanwendung für GaN-Leistungshalbleiter heranwachsen.
Der wahre Stresstest für die ambitionierte Bewertung folgt in wenigen Wochen mit der Vorlage der detaillierten Quartalsergebnisse im April. Hier müssen konkrete Auftragseingänge aus dem KI-bezogenen Anlagengeschäft belegen, dass die aktuelle Kursrally fundamental untermauert ist. Am 13. Mai 2026 steht zudem die Hauptversammlung an, bei der trotz des schwierigen operativen Umfelds eine unveränderte Dividende von 0,15 Euro je Aktie zur Abstimmung steht.
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