Aixtron blickt nach dem dritten Quartal deutlich zuversichtlicher auf 2027. Der Auftragseingang bleibe nach Einschätzung des Vorstands in den kommenden Quartalen hoch oder steige weiter. Neben dem KI-Geschäft meldet sich ein lange schwaches Segment zurück.
KI-Optik dominiert die Bücher
Die Aufträge stiegen im dritten Quartal um 122 Prozent auf 274,9 Millionen Euro. Rund 68 Prozent des Anlagenauftragseingangs entfielen auf Optoelektronik. Aixtron baut Anlagen für Chips, die in Lasern zur Datenübertragung stecken. In KI-Rechenzentren ersetzt diese Technik zunehmend Kupferkabel, die bei Tempo und Effizienz an Grenzen stoßen.
Der Anlagenauftragsbestand wuchs auf 549,4 Millionen Euro, ein Plus von 92 Prozent zum Vorjahr. Das sichert laut Unternehmen die Auslastung bis weit ins Jahr 2027.
Der Umsatz zog im Quartal um 54 Prozent auf 183,6 Millionen Euro an. Über neun Monate liegt er mit 358,1 Millionen Euro allerdings noch 3 Prozent unter dem Vorjahr.
Margen und Cashflow
Die Profitabilität sprang spürbar nach oben. Die Bruttomarge erreichte 48 Prozent, die EBIT-Marge 31 Prozent, das EBIT lag bei 56,7 Millionen Euro. Der Free Cashflow der ersten neun Monate stieg auf 289,9 Millionen Euro, vor allem dank höherer Kundenvorauszahlungen.
Die vorläufigen Zahlen aus der Monatsmitte bestätigte Aixtron damit. Auch die Jahresprognose 2026 bleibt unverändert: Umsatz von 560 Millionen Euro mit einer Schwankung von 30 Millionen Euro, Bruttomarge von rund 42 Prozent, EBIT-Marge von 17 bis 20 Prozent. Der Produktionshochlauf und der neue Standort in Malaysia verlaufen planmäßig.
Leistungshalbleiter zeigen Lebenszeichen
Neu ist der Ton bei Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Hersteller hatten sich hier lange mit Bestellungen zurückgehalten, auch weil die Nachfrage nach E-Autos, Smartphones und Laptops teils schwach war. Nun sieht Konzernchef Felix Grawert steigende Kundenauslastungen, anziehende Auftragsaktivität und Vorbereitungen für neue Kapazitäten.
Rückenwind kommt von zwei Seiten. Hohe Ölpreise stützen die Nachfrage nach Elektroautos wieder. Zudem benötigen neue 800-Volt-Architekturen in KI-Rechenzentren beide Chiptypen. Grawert rechnet deshalb mit einem starken Wachstumsjahr 2027.
Die Aktie notierte am Morgen bei 31,26 Euro und damit knapp 1 Prozent im Plus. Auf Monatssicht liegt sie allerdings gut 11 Prozent im Minus, auf Jahressicht dagegen rund 141 Prozent im Plus. Ob die verbesserte Perspektive für 2027 diese Lücke schließt, hängt vor allem davon ab, ob sich die Erholung bei GaN und SiC in tatsächlichen Bestellungen niederschlägt.
Stand heute, 29. Oktober: Aixtron – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Aixtron investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
