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Aixtron Aktie: Auftragseingang springt um 81 Prozent

Aixtron verzeichnet dank KI-Nachfrage einen Auftragsschub und kehrt operativ in die Gewinnzone zurück. Analysten heben die Kursziele an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragseingang steigt um 81 Prozent
  • Rückkehr in die operative Gewinnzone
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich
  • Kapazitätsausbau in Malaysia geplant

Aixtron hat am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, die die Anleger elektrisieren. Der Auftragseingang des Spezialisten für Depositionsanlagen sprang im zweiten Quartal um 81 Prozent auf 214,5 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr summiert sich der Auftragseingang damit auf 386,0 Millionen Euro. Auslöser ist eine kräftige Nachfragewelle nach Optoelektronik-Anlagen, die für den Bau von KI-Rechenzentren benötigt werden. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kurssprung von 6,41 Prozent und schloss bei 35,20 Euro.

Rückkehr in die Gewinnzone

Neben dem Auftragsboom lieferte Aixtron auch beim operativen Ergebnis eine positive Überraschung. Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 115,1 Millionen Euro, nach 136,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang, der angesichts der Auftragsdynamik in den Hintergrund tritt. Entscheidender ist die Ergebnisseite: Mit einem EBIT von 14,7 Millionen Euro kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück, nachdem das erste Quartal operativ noch negativ ausgefallen war. Der Vorstand bestätigte zugleich die im April angehobene Jahresprognose: Für 2026 rechnet Aixtron weiterhin mit einem Umsatz von 560 Millionen Euro, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 30 Millionen Euro, bei einer EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent. Diese Kombination aus starkem Orderbuch und bestätigter Guidance dürfte den Kurssprung erklären, den die Aktie am Donnerstag verzeichnete.

Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen

Die Reaktion der Analystenhäuser fiel entsprechend positiv aus. JPMorgan-Analyst Craig McDowell beließ sein Rating unmittelbar nach Vorlage der Zahlen auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 70 Euro. Er verwies darauf, dass der Auftragseingang die Konsensschätzungen um 9 Prozent übertroffen habe. Auch Jefferies-Analyst Om Bakhda bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 73 Euro und begründete dies mit dem starken Momentum bei Kunden aus dem Bereich InP-Optoelektronik. Beide Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau der Aktie.

Bemerkenswert ist der Kontrast zur Einschätzung vor rund anderthalb Wochen: Am 21. Juli hatte MWB Research die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hochgestuft und ein Kursziel von 40 Euro bestätigt. Begründet wurde der Schritt damals mit der massiven Kurskorrektur der vorangegangenen Wochen, die das weitere Abwärtspotenzial begrenzt habe. Die Zahlen vom Donnerstag liefern nun neue Argumente für die optimistischere Sichtweise der US-Analysten.

Kapazitätsausbau und neue Großkunden stützen die Wachstumsstory

Der Auftragsschub ist kein isoliertes Ereignis, sondern fügt sich in eine Reihe strategischer Fortschritte. Erst am 23. Juli kündigte Aixtron den Bau einer neuen Fertigungs- und Entwicklungsstätte in Penang, Malaysia, an, um die Kapazitäten für Verbindungshalbleiter auf Basis von Galliumnitrid und Siliziumkarbid auszuweiten. Zuvor hatten prominente Kunden ihr Vertrauen in die Technologie des Unternehmens bekräftigt: Das MIT Lincoln Laboratory erwarb Ende Juni zwei 300-mm-Hyperion-Systeme für die Forschung an Galliumnitrid und 2D-Materialien, während der japanische Halbleiterhersteller ROHM Semiconductor Anfang Juni beim Ausbau seiner Produktion von GaN-Leistungsbauelementen auf die G10-GaN-Plattform von Aixtron setzt.

Finanziell steht das Unternehmen solide da. Zum Stichtag des Halbjahresberichts Ende Juni wies Aixtron liquide Mittel von 816 Millionen Euro aus, gestützt durch eine im April platzierte Nullkupon-Wandelanleihe über 450 Millionen Euro. Diese Reserve dürfte den angekündigten Kapazitätsausbau in Malaysia absichern, ohne die Bilanz zu belasten.

Kurs bleibt trotz Erholung unter Druck der Vormonate

Der Kurssprung vom Donnerstag ändert wenig am größeren Bild der vergangenen Wochen. Auf Sicht von 30 Tagen steht bei Aixtron weiterhin ein Kursrückgang von 31,54 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 62,68 Euro, erreicht im Juni, fehlen der Aktie noch 43,84 Prozent. Die jüngste Nachrichtenlage liefert damit zwar frischen Rückenwind, die Erholung vom Donnerstag muss sich aber erst als nachhaltig erweisen. Anleger richten den Blick nun auf die für Ende Oktober geplante Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die zeigen dürfte, ob sich der Auftragsschub in tatsächliche Umsätze übersetzt.

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Diskussion zu Aixtron

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.