ASML liefert starke Zahlen. Die halbe europäische Chipbranche jubelt. Nur Aixtron bleibt an der Seitenlinie stehen.
Die Aktie notiert aktuell bei 43,52 Euro und gibt 0,66 Prozent nach. Der Kurs bewegt sich damit fast unverändert zum Dienstagsschluss von 43,81 Euro. Auf Wochensicht steht sogar ein leichtes Plus von 0,97 Prozent zu Buche.
ASML zündet den Kursfeuerwerk – bei anderen
Der niederländische Lithografie-Spezialist ASML hat am Mittwoch mit starken Quartalszahlen überrascht. Der Konzern hebt seinen Jahresausblick deutlich an. Die eigene Aktie legt um 3,9 Prozent zu, das Plus seit Jahresbeginn wächst damit auf 75 Prozent.
Der Effekt strahlt auf weitere deutsche Zulieferer aus. Siltronic, Süss MicroTec, Jenoptik und LPKF profitieren von der Ankündigung. Aixtron dagegen bleibt auffällig ruhig – ein Kontrast, der Marktbeobachtern nicht entgeht.
Bei Infineon fällt die Reaktion sogar negativ aus. Die Aktie verliert 2,3 Prozent und rutscht auf 70,16 Euro ab. Damit hängt der Titel weiter in seiner Handelsspanne fest, nachdem er im Juni mit 88,83 Euro noch ein Zwei-Dekaden-Hoch markiert hatte.
Nicht alle Analysten sehen die ASML-Zahlen unkritisch. Jefferies-Analyst Janardan Menon lobt zwar die „deutliche Anhebung“ der Jahresziele. Er verweist aber auf die geplante Kapazitätssteigerung bei Low-NA-EUV-Systemen für 2027 – die liege unter den Erwartungen der Zulieferer.
Trotz der Unterschiede im Detail bleibt die Jahresbilanz der Branche stark. Elmos legt seit Jahresbeginn 68 Prozent zu, LPKF sogar 215 Prozent.
Aixtron kämpft mit der eigenen Charttechnik
Für Aixtron zählt derzeit weniger die Branchenstimmung als die eigene Kursverfassung. Die Aktie notiert 30,57 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,68 Euro vom 18. Juni. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 52,56 Euro fehlen 17,19 Prozent.
Der RSI von 39,3 zeigt keine überkaufte Lage. Das lässt grundsätzlich Erholungsspielraum – vorausgesetzt, unternehmensspezifische Impulse kommen hinzu.
Genau daran hakt es aktuell. Anders als reine EUV-Zulieferer hängt Aixtron stärker an der eigenen Fähigkeit, den prall gefüllten Auftragsbestand in Umsatz umzuwandeln. Diese Frage entscheidet sich erst mit den kommenden Halbjahreszahlen, nicht mit fremden Branchennachrichten.
Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate relativiert die aktuelle Schwäche. Aixtron legt in diesem Zeitraum um 172,17 Prozent zu, seit Jahresbeginn bleiben 122,32 Prozent Plus stehen. Die annualisierte Volatilität von 83,67 Prozent zeigt aber auch: Der Titel wird derzeit außergewöhnlich nervös gehandelt.
Die kommenden Halbjahreszahlen dürften zeigen, ob Aixtron den Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz ummünzt. Erst dann wird sich zeigen, ob die Aktie zur ASML-Rally aufschließen kann oder ihren eigenen, volatileren Weg weitergeht.
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