Airbus hat am Freitag Zahlen zu seinem operativen Tagesgeschäft vorgelegt, die den positiven Trend des Sommers bestätigen. Der europäische Flugzeugbauer lieferte im Juli 67 Maschinen an 39 Kunden aus. Damit stiegen die Gesamtauslieferungen seit Jahresbeginn auf 418 Flugzeuge – ein deutliches Plus gegenüber den 373 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Allerdings markierte der Juli auch eine Verlangsamung gegenüber Mai und Juni, was zeigt, dass der Lieferrhythmus weiterhin schwankt.
Bestellbuch wächst über die 1.000er-Marke
Parallel zu den Auslieferungen meldete Airbus am Freitag einen weiteren Meilenstein: Die Nettobestellungen für 2026 überstiegen erstmals die Marke von 1.000 Flugzeugen, nachdem der Konzern im Juli mehr als 200 neue Aufträge verbuchte. Zu den bestätigten Geschäften zählen eine Bestellung von China Eastern Airlines über 25 A330-900 sowie eine Vereinbarung mit Hainan Airlines über 40 Maschinen der A320neo-Familie. Auf Bruttobasis kommt Airbus im laufenden Jahr auf 418 Bestellungen, in die auch Abschlüsse der Farnborough International Airshow einfließen – darunter eine zusätzliche Order von Riyadh Air über sechs weitere A350-1000 sowie ein Großauftrag des Leasingunternehmens SMBC über 100 Flugzeuge.
Bei der Farnborough-Messe Ende Juli lag Boeing beim reinen Wettlauf um Festbestellungen allerdings vorn: Der US-Rivale kam auf 186 Festaufträge, Airbus auf 157. Für Airbus waren die SMBC-Order über 100 A320neo-Maschinen und das auf insgesamt 31 Flugzeuge angewachsene Riyadh-Air-Engagement bei der A350-1000 die größten Einzelposten.
Starke Halbjahresbilanz als Basis
Die operative Dynamik zeigte sich bereits Anfang August in den Halbjahreszahlen. Airbus bekräftigte am 2. August sein Auslieferungsziel von rund 870 Verkehrsflugzeugen für das Gesamtjahr, nachdem ein starkes zweites Quartal den Rückstand vom Jahresanfang wieder aufgeholt hatte. Im ersten Halbjahr wurden 351 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, 15 Prozent mehr als die 306 Einheiten im Vorjahr – aufgeteilt auf 44 A220, 271 Maschinen der A320-Familie, 10 A330 und 26 A350. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf 33,176 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 24 Prozent auf 2,727 Milliarden Euro zu. Höhere Auslieferungszahlen waren dabei der entscheidende Treiber.
Bei der Frachtversion A350F hält Airbus-Chef Faury laut eigenen Angaben vom 21. Juli am Ziel eines Erstflugs noch in diesem Jahr fest, Zertifizierung und Erstauslieferung peilt er idealerweise bis Ende 2027 an. Zwei Testflugzeuge sollen 2026 und 2027 gebaut werden. Bei den Antrieben entspannt sich die Lage: Airbus wartet nach eigenen Angaben nicht mehr auf fertige Triebwerke für bereits montierte Flugzeuge, die mit Pratt & Whitney vereinbarten Stückzahlen stützen die aktuelle Lieferprognose. Über die kommerziellen Folgen der früheren Kürzung der Triebwerksmengen durch Pratt & Whitney wird jedoch weiter verhandelt.
Belgien blockiert Deal mit Airbus-Bezug
Abseits des Kerngeschäfts sorgte am Mittwoch eine Entscheidung der belgischen Regierung für Aufsehen: Das Interfederale Prüfkomitee des Landes stoppte die Übernahme des Ostende ansässigen Helikopterbetreibers NHV Group durch den irischen, letztlich chinesisch kontrollierten Leasinggeber GD Helicopter Finance. NHV bestätigte am Mittwoch, dass der Deal nicht zustande kommt. Für Airbus ist der Fall relevant, weil NHV weltweiter Erstkunde des Airbus H175 war und als Subunternehmer um Wartungsarbeiten für die von Belgien bestellten 20 Airbus H145M-Hubschrauber konkurriert hatte – ein Auftrag, für den Airbus selbst unter Vertrag steht.
Auf der Innovationsseite präsentierte Airbus am Dienstag bei der Farnborough-Messe ein neues Testprogramm: Über drei Jahre soll ein A321neo-Demonstrator ausgestreckte Tragflächen im Rahmen des Wing-of-Tomorrow-Programms für besonders schlanke, langgestreckte Flügel erproben.
Kurs nahe Rekordniveau
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke wider. Die Airbus-Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro, ein Plus von 0,54 Prozent zum Vortag. Damit notiert das Papier nur noch knapp 3,25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das im Januar erreicht wurde. Nach dem markanten Rückgang bis auf ein Jahrestief im März hat sich die Aktie damit spürbar erholt und bewegt sich weiterhin in Reichweite ihrer bisherigen Höchststände.
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