114 ausgelieferte Flugzeuge in einem Quartal — das ist der schwächste Wert seit 2009. Airbus kämpft mit einem massiven Lieferrückstand, während der Auftragsbestand auf Rekordniveau klettert. Der Widerspruch zwischen boomender Nachfrage und stockender Produktion wird sich am 28. April zuspitzen.
Triebwerke bremsen alles aus
Der Kern des Problems ist bekannt: Pratt & Whitney liefert zu wenig Triebwerke. Besonders trifft das die A320neo-Familie — dort brachen die Auslieferungen von 106 auf 81 Maschinen ein. Das entspricht einem Rückgang von fast 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Folge: Morgan Stanley erwartet für Q1 einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro — acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBIT soll bei gerade einmal 311 Millionen Euro liegen, die Marge bei 2,5 Prozent. Fertige Flugzeuge warten offenbar an den Produktionsstandorten auf Qualitätskorrekturen, bevor sie an Kunden übergeben werden können.
Das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen gerät damit unter Druck. Für die verbleibenden drei Quartale müsste Airbus im Schnitt 252 Maschinen pro Quartal liefern — deutlich mehr als bisher.
Rückenwind aus anderen Sparten
Nicht alle Bereiche schwächeln. Defence & Space soll im ersten Quartal um acht Prozent wachsen, Helicopters um vier Prozent — beide Sparten mit stabilen Margen. Das federt den Gesamtschaden ab, löst das strukturelle Problem aber nicht.
Der Auftragsbestand bleibt ein starkes Argument für die Langfristperspektive. Allein im März 2026 kamen 331 Neubestellungen hinzu. Das Gesamtbuch umfasst nun 9.037 Flugzeuge — ein Rekord.
Analysten warten ab
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie hält an ihrer Hold-Empfehlung mit einem Kursziel von 190 Euro fest und verweist auf Druck bei Cashflow und Margen. Morgan Stanley bleibt ebenfalls bei Hold, setzt das Ziel jedoch deutlich höher bei 230 Euro an. Exane BNP Paribas startete die Abdeckung im April mit Hold und 190 Euro Kursziel.
Die Aktie notiert aktuell bei 42,60 Euro — rund zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und seit Jahresbeginn gut 13 Prozent im Minus. Der RSI liegt bei 10,9 und signalisiert eine stark überverkaufte Lage.
Zwei Termine prägen die nächsten Tage
Am 21. April notiert die Aktie ex-Dividende. Am 23. April erhalten Aktionäre die Ausschüttung von 3,20 Euro je Aktie. Fünf Tage später, am 28. April, folgt der Analystenruf zu den Q1-Ergebnissen. Dann muss das Management erklären, wie es das Lieferproblem lösen will — und ob die Jahresziele von 7,5 Milliarden Euro bereinigtem EBIT und 4,5 Milliarden Euro freiem Cashflow noch erreichbar sind. Eine Revision dieser Ziele würde den Kurs erneut unter Druck setzen.
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