Fast 250 Flugzeuge in nur zwei Monaten: Das ist die Aufgabe, die Airbus bis Silvester noch bewältigen muss. Nur dann fällt der Auslieferungsrekord, den der Konzern für 2026 anpeilt. Der Hersteller hat die Oktoberzahlen veröffentlicht, und sie zeigen, wie groß der Endspurt wird.
Rekordziel mit wenig Spielraum
In den ersten zehn Monaten übergab Airbus 621 Maschinen, davon 74 im Oktober. Für das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen müssen im November und Dezember zusammen noch 249 Jets folgen. Das entspricht etwa 125 Flugzeugen pro Monat, ein Wert am oberen Ende dessen, was der Konzern bislang geschafft hat.
Dass sich die Übergaben zum Jahresende ballen, ist branchenüblich. Der Vorjahreswert ist dennoch bereits übertroffen: 2025 lieferte Airbus 793 Maschinen aus. Das bisherige Rekordjahr 2019 steht mit 863 Jets in den Büchern, die Marke läge also knapp unter dem neuen Ziel.
Im Oktober dominierten die Mittelstreckenjets. Allein 39 A321neo und 15 A320neo gingen an Kunden, dazu kamen neun A220-300, vier A330-900 und sechs A350. Im Dreivierteljahr summieren sich die Single-Aisle-Modelle auf 560 Flugzeuge.
Auftragsbuch bleibt prall gefüllt
Nachfrage ist nicht das Problem. Im Oktober gingen Bruttoaufträge über 202 Maschinen ein, darunter jeweils 75 Jets von Avolon und Aviation Capital Group sowie 35 von CIT Leasing. Seit Jahresbeginn stehen netto 1.305 Bestellungen zu Buche, nach 71 Stornierungen. Der Auftragsbestand lag Ende September bei mehr als 9.300 Flugzeugen.
Auch bei der Finanzierung läuft es. Breeze Airways sicherte sich über AIP Capital eine Kreditfazilität über 228 Millionen Dollar für sechs neue A220-300.
Das eigentliche Risiko liegt in der Produktion. Airbus hat Auslieferungsprognosen bereits früher gekappt, weil Triebwerke fehlten und Lieferketten klemmten. Mit der Zahlenvorlage zum dritten Quartal im Oktober hielt der Konzern am Ziel fest und ließ die Produktionspläne unverändert. Ob die 870 fallen, entscheidet sich im Dezember: Dann muss Airbus Monat für Monat rund 125 Jets übergeben.
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