Airbus sitzt auf einem Rekordauftragsbestand. Der europäische Luftfahrtkonzern baut parallel dazu seine globale Produktion massiv aus. An der Börse dominiert aktuell eine andere Realität. Die Aktie fiel am Montag auf 41,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 16 Prozent.
Lieferstau bremst den Kurs
Der Grund für die Kursschwäche liegt in den Werkshallen. Airbus hat zwar Ende des ersten Quartals 9.037 bestellte Flugzeuge in den Büchern. Das Unternehmen bekommt die Maschinen aber nicht schnell genug zu den Kunden. Derzeit warten viele fast fertige Flugzeuge auf fehlende Triebwerke.
Diese sogenannten „Glider“ belasten die Bilanz. Für das laufende Jahr plant Airbus die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen. Bis Mai wandelte der Konzern jedoch nur etwa 70 Prozent der produzierten Zellen in finale Auslieferungen um. Der Relative-Stärke-Index der Aktie signalisiert mit 10,9 Punkten eine extrem überverkaufte Lage.
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Strategischer Ausbau in Asien und Afrika
Um die Lieferketten langfristig zu entlasten, dezentralisiert Airbus seine Fertigung. Im Mai verließ das erste lokal gebaute Militärtransportflugzeug vom Typ C295 die Werkshallen in Indien. Das Projekt bindet Dutzende lokale Zulieferer ein.
In Nigeria plant der Konzern den nächsten Schritt. Airbus hat der dortigen Regierung den Aufbau eines regionalen Wartungszentrums vorgeschlagen. Das Konzept umfasst auch eine mögliche Leasinggesellschaft für Flugzeuge. Damit will der Hersteller seine Dienstleistungen in aufstrebenden Märkten verankern.
Das Management muss nun den Spagat zwischen globaler Expansion und kurzfristigen Lieferzielen meistern. Im Mai übernahm Eric Kirstetter den Posten als Executive Vice President of Strategy. Das Ziel: Er muss die komplexe Lieferkette stabilisieren und den Bestand an unfertigen Flugzeugen abbauen. Nur so kann Airbus seine Jahresziele erreichen.
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