Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat den Kapitalmärkten in den vergangenen Wochen gleich mehrere Argumente für weiter steigende Kurse geliefert. Die Aktie notiert am Donnerstag bei 216,65 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,33 Prozent zu. Damit rückt das Papier wieder näher an sein 52-Wochen-Hoch heran, von dem es aktuell nur noch rund zwei Prozent trennt.
Grundlage der jüngsten Kursstärke ist eine Serie positiver Unternehmensnachrichten, die sich seit Ende Juli aufgereiht haben. Am 21. Juli genehmigte der Airbus-Verwaltungsrat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, das über einen Zeitraum von drei Jahren umgesetzt werden soll. Am selben Tag stellte das Management einen neuen Mittelfristausblick vor: Bis 2029 soll das bereinigte EBIT auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen, wie Reuters berichtete. Airbus unterlegt dieses Ziel mit der Annahme eines Wechselkurses von 1,22 Dollar pro Euro.
Rekordhalbjahr untermauert die Ambitionen
Nur eine Woche später, am 29. Juli, lieferte Airbus die Zahlen zu den Zielen. Der Konzern meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 33,2 Milliarden Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte um 47 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal lieferte der Konzern 237 Flugzeuge aus, für das gesamte erste Halbjahr summierten sich die Auslieferungen auf 351 Maschinen.
Zugleich bestätigte Airbus seine Jahresprognose für 2026 unverändert: Der Konzern peilt weiterhin rund 870 Auslieferungen an, in einer Bandbreite von 850 bis 890 Maschinen, bei einem bereinigten EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro. Diese Bestätigung folgte auf eine deutliche Erholung der Produktion im zweiten Quartal, nachdem der Hochlauf zuvor zeitweise gestockt hatte.
Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 9.222 Flugzeugen. Im ersten Halbjahr kamen nach Stornierungen netto 821 Bestellungen hinzu. Bereits am 21. Juli hatten Air China und Shenzhen Airlines gemeinsam 15 A350-900 und 40 A320neo bestellt, ein Auftrag mit einem Listenpreis von rund 12,4 Milliarden Dollar. Solche Großaufträge stützen die Visibilität der Produktionsplanung für die kommenden Jahre.
Auch bei den Zulieferern bewegt sich etwas: Der französische Engineering-Dienstleister Sogeclair unterzeichnete Medienberichten zufolge gestern eine endgültige Vereinbarung mit Akkodis zum Verkauf seiner auf Airbus fokussierten Engineering-Sparte. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung.
Analysten überwiegend zuversichtlich
Am Montag bekräftigte Barclays seine Kaufempfehlung für Airbus und beließ das Kursziel bei 260 Euro nach den Halbjahreszahlen. RBC Capital Markets hob sein Kursziel am 30. Juli von 225 auf 250 Euro an und bestätigte die Einstufung „Outperform“ – begründet mit dem Vertrauen in die Trajektorie des Produktionshochlaufs. Weitere Häuser bewegen sich in einer breiteren Spanne: Von einer vorsichtigeren Hold-Position bei 200 Euro, die auf anhaltende Lieferkettenrisiken verweist, bis zu leicht angehobenen Kurszielen im Bereich von 210 Euro reicht das Bild der übrigen Analysten.
Für Anleger bleibt damit eine Aktie im Blick, die operativ Rekorde liefert und gleichzeitig über den Rückkauf Kapital an die Eigentümer zurückführt. Die Kombination aus bestätigter Kurzfristprognose, ambitionierten 2029-Zielen und robuster Auftragslage erklärt, warum die Bewertung der Aktie in den vergangenen Wochen so nahe an ihr Jahreshoch heranrückte.
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