Airbus wird an der Börse gerade härter abgestraft als es die Auftragslage vermuten lässt. Die Aktie hat in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben, obwohl der Konzern bei Großraumjets weiter gut verkauft und seine Produktionspläne anpasst. Genau dieser Widerspruch prägt das Bild.
Kursrutsch trotz voller Auftragsbücher
Zum Wochenschluss fiel die Airbus-Aktie in Frankfurt auf 42,00 Euro. Das entspricht einem Tagesminus von 2,33 Prozent und einem Wochenverlust von 6,67 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit bereits ein Rückgang von 14,29 Prozent zu Buche.
Der Titel notiert nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 39,00 Euro. Zugleich liegt er deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 47,21 Euro. Der RSI von 10,9 signalisiert einen extrem überverkauften Zustand. Kurz gesagt: Die Aktie ist technisch stark unter Druck.
Produktion wird neu austariert
Operativ reagiert Airbus auf ein schwieriges Umfeld in der Lieferkette. Beim A220 peilt der Konzern nun 2026 eine Produktion von 12 Maschinen pro Monat an. Zuvor hatte Airbus 14 Stück ins Auge gefasst.
Beim A350 bleibt die Perspektive langfristig ambitioniert. Das Ziel liegt bei rund zehn Flugzeugen pro Monat im Jahr 2026, später sollen es zwölf pro Monat bis 2028 werden. Airbus passt damit den Hochlauf an Angebot, Nachfrage und Zulieferprobleme an.
Diese Anpassungen sind wichtig. Denn sie zeigen, wie eng der Spielraum zwischen Wachstumsambitionen und realen Produktionsgrenzen geworden ist.
Großraumjets halten den Rücken frei
Trotz des Kursdrucks läuft das Geschäft mit Langstreckenjets weiter stark. Lufthansa hat in dieser Woche 20 Langstreckenflugzeuge bestellt, darunter Maschinen von Airbus und einem großen Wettbewerber. Das passt zu der robusten Nachfrage im Widebody-Segment, auf die das Management zuletzt mehrfach hingewiesen hat.
Hinzu kommt ein prall gefüllter Auftragsbestand. Er liegt inzwischen bei 8.658 Flugzeugen und damit auf Rekordniveau. Auch die Gespräche mit kanadisch unterstützten Geldgebern über die Finanzierung eines größeren AirAsia-Auftrags zeigen, wie gefragt die Modelle des Konzerns bleiben.
Was der Markt gerade einpreist
Der Markt schaut derzeit weniger auf den Auftragsbestand als auf die Frage, wie teuer der Produktionshochlauf wird. Airbus verdient im Widebody-Geschäft zwar attraktiv, muss aber zugleich mit anhaltenden Lieferkettenproblemen leben. Genau diese Belastung trifft auf eine Aktie, die schon seit Monaten schwach läuft.
Am Ende bleibt der nächste Prüfstein klar: Airbus muss die Auslieferungen stabil halten und den Produktionshochlauf glaubwürdig umsetzen. Solange die Aktie unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 42,54 Euro und weit unter dem 200-Tage-Schnitt notiert, dominiert an der Börse vor allem Skepsis.
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