Ein Rüstungskonzern gerät gleich von mehreren Seiten unter Druck. Gegen AeroVironment ist eine Sammelklage eingereicht worden. Der Vorwurf: Das Management soll Anleger über die Lage bei einem Milliardenauftrag getäuscht haben.
Der Streit dreht sich um das SCAR-Programm der US Space Force. AeroVironment sollte dafür BADGER-Systeme liefern. Ein lukrativer Auftrag – bis die US-Regierung im Januar 2026 einen Stopp verhängte.
Zweifelhafte Kommunikation
Die Klage vom 20. Juni 2026 wirft dem Unternehmen vor, die Risiken heruntergespielt zu haben. Konkret soll AeroVironment die drohende Konkurrenz für das SCAR-Programm verschwiegen haben. Auch die Neuausrichtung des Space Control Networks (SCN) durch die Space Force sei nicht offen kommuniziert worden.
Die Folge: Anleger hätten ein verzerrtes Bild von den Geschäftsaussichten bekommen.
Finanzielle Folgen
Der Stopp hinterließ tiefe Spuren in den Büchern. Am 10. März 2026 meldete AeroVironment für das dritte Quartal einen operativen Verlust von 179 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor waren es nur 3,1 Millionen Dollar. Grund war eine Wertberichtigung von rund 151 Millionen Dollar in der Raumfahrtsparte – direkt verknüpft mit dem SCAR-Stopp.
Parallel änderte die Space Force ihren Kurs. Ende März gab sie bekannt, künftig auf mehrere Anbieter zu setzen und kommerzielle Standardlösungen zu nutzen. Das Ende der Exklusivstellung für AeroVironment.
Aktie im freien Fall
Die Nachrichten haben den Kurs massiv belastet. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 34 Prozent. Derzeit notiert sie bei 145 Euro – das 52-Wochen-Hoch von 354 Euro ist außer Reichweite. Immerhin: Vom Tief bei 133 Euro im Mai konnte sich der Kurs leicht erholen.
Die nächsten Wochen werden richtungsweisend. Am 29. Juni 2026 legt AeroVironment die Zahlen für das vierte Quartal vor. Eine Woche später, am 8. Juli, plant das Unternehmen einen Investorentag in New York. Dort dürften die Chefetage erklären müssen, wie es mit dem geschrumpften Raumfahrtgeschäft weitergeht.
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