Der US-Drohnenhersteller AeroVironment liefert Anlegern derzeit ein extremes Kontrastprogramm. Während ein gestopptes Milliardenprojekt im Weltraumsegment tiefe Löcher in die Bilanz reißt und rechtliche Prüfungen nach sich zieht, wächst das operative Geschäft durch strategische Übernahmen rasant. Diese fundamentale Zerrissenheit spiegelt sich deutlich in den massiven Kursbewegungen der vergangenen Wochen wider.
Milliardenprojekt auf der Kippe
Verantwortlich für die jüngste Verunsicherung sind die Zahlen für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal. AeroVironment verzeichnete einen operativen Verlust von 179 Millionen US-Dollar – ein drastischer Einbruch gegenüber dem Minus von 3,1 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Grund dafür ist eine Abschreibung in Höhe von rund 151 Millionen US-Dollar in der Raumfahrtsparte. Die US Space Force hatte zuvor einen Arbeitsstopp für das SCAR-Programm (Satellite Communications Augmentation Resource) verhängt.
Dieses Projekt galt mit einem erwarteten Volumen von 1,4 Milliarden US-Dollar als größter Einzelauftrag des Unternehmens. Die Unsicherheit darüber, ob das Programm komplett gestoppt oder an andere Anbieter aufgeteilt wird, rief mittlerweile auch die Kanzlei Pomerantz LLP auf den Plan, die mögliche rechtswidrige Geschäftspraktiken des Managements prüft. An der Börse hinterließen diese Nachrichten tiefe Spuren: Nach Kursverlusten von über 20 Prozent in den vergangenen 30 Tagen notiert das Papier aktuell bei rund 180 Euro und hat sich damit fast halbiert im Vergleich zu seinem 52-Wochen-Hoch.
Zukäufe treiben das Wachstum
Abseits des bilanziellen Rückschlags zeigt das Kerngeschäft jedoch eine enorme Dynamik. Der Quartalsumsatz kletterte um 143 Prozent auf 408 Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Integration des im vergangenen Jahr übernommenen Unternehmens BlueHalo, das allein über 176 Millionen US-Dollar zum Produkt- und Dienstleistungsumsatz beisteuerte.
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Das Management setzt diesen Expansionskurs konsequent fort. Erst am Montag verkündete AeroVironment die Übernahme von Empirical Systems Aerospace (ESAero) für rund 200 Millionen US-Dollar. Mit dem Zukauf sichert sich der Konzern wichtiges Know-how in den Bereichen unbemannte Flugsysteme und hybride Antriebstechnologien, um sich für künftige Rüstungs- und kommerzielle Aufträge in Stellung zu bringen.
Analysten bleiben optimistisch
Rückenwind erhält die strategische Ausrichtung durch die generelle Marktentwicklung. Die US-Armee forciert zunehmend autonome Systeme und plant die massenhafte Beschaffung kleiner Kampfdrohnen. Vor diesem Hintergrund blicken Marktbeobachter offenbar durch die kurzfristigen Belastungen der Raumfahrtsparte hindurch:
- Canaccord Genuity (18. März): Kaufempfehlung mit Kursziel 300 US-Dollar
- Konsens (23 Broker): „Moderate Buy“ (18 Kaufempfehlungen)
- Durchschnittliches 12-Monats-Kursziel: 318,78 US-Dollar
Die rasche Integration von ESAero wird nun der nächste Prüfstein für das Management. Gelingt es, die neuen Kapazitäten im Bereich der autonomen Luftmobilität in zählbare Aufträge umzuwandeln, könnte dies die drohenden Umsatzausfälle aus dem wackelnden SCAR-Programm auf absehbare Zeit kompensieren.
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