AeroVironment hat eine turbulente Phase hinter sich: gesenkte Jahresziele, ein Goodwill-Abschreiber in dreistelliger Millionenhöhe — und dennoch fließen neue Milliardenaufträge ins Haus. Das Bild ist widersprüchlich, aber erklärbar.
Zwei neue Army-Aufträge im März
Am 20. März 2026 vergab das U.S. Army Contracting Command gleich zwei Verträge an AeroVironment. Der größere betrifft die Lieferung von P550 Long Range Reconnaissance-Systemen und hat ein Volumen von rund 117 Millionen US-Dollar. Die Drohnen sollen Fronteinheiten in umkämpften Gebieten mit Echtzeit-Aufklärung und Zieldaten versorgen. Der zweite Vertrag über knapp 17,6 Millionen Dollar umfasst Red Dragon-Systeme inklusive Batterieladegeräte, Bodenkontrollstationen und Ausbildungsmaterial.
Beide Verträge stärken den finanzierten Auftragsbestand, der zum 31. Januar 2026 bei 1,1 Milliarden Dollar lag.
Prognose gesenkt, Abschreibung belastet
Anfang März hatte AeroVironment seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert. Die erwarteten Erlöse liegen nun zwischen 1,85 und 1,95 Milliarden Dollar — zuvor waren es 1,95 bis 2,0 Milliarden. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen jetzt mit 265 bis 285 Millionen Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,75 und 3,10 Dollar liegen, verglichen mit zuvor 3,40 bis 3,55 Dollar.
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Haupttreiber der Korrektur: schwache Beiträge aus dem Segment Space, Cyber und Directed Energy, ein Stopp-Auftrag für das Space SCAR-Programm sowie Verzögerungen bei staatlichen Mittelfreigaben. Hinzu kam eine Goodwill-Abschreibung von 151,3 Millionen Dollar auf das Space-Geschäft. Der Quartalsumsatz von 408 Millionen Dollar für das dritte Quartal (Ende Januar 2026) blieb unter den Markterwartungen.
Übernahme soll Produktionskapazitäten stärken
Wenige Tage vor den neuen Aufträgen, am 16. März 2026, schloss AeroVironment die Übernahme von Empirical Systems Aerospace (ESAero) ab. Der Kaufpreis lag bei rund 200 Millionen Dollar, davon etwa 160 Millionen in Aktien. ESAero soll als Tochtergesellschaft innerhalb der Precision Strike and Defense Systems-Gruppe operieren und die Kompetenzen in elektrischer und unbemannter Luftfahrt — insbesondere bei Antriebssystemen und Flugzeugdesign — ausbauen. Im ersten Jahr soll die Übernahme bereits positiv zum bereinigten EBITDA beitragen.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 22 Prozent verloren und notiert aktuell weit unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Ob die jüngsten Auftragsgewinne und die ESAero-Integration die Prognosekürzung mittelfristig kompensieren können, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die Probleme im Space-Segment gelöst werden — und ob die Mittelfreigaben der Regierung wieder anziehen.
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