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AeroVironment Aktie: Produktion wird skaliert

Der US-Rüstungskonzern AeroVironment baut sein Drohnenabwehrgeschäft massiv aus, um den Wegfall eines Raumfahrtprogramms zu kompensieren und weiteres Wachstum zu sichern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Produktionskapazität für Drohnenabwehr mehr als verdoppelt
  • Wertminderung durch Ende des SCAR-Programms
  • Zweistelliges Umsatzwachstum für nächstes Jahr prognostiziert
  • Aktienkurs deutlich unter 200-Tage-Linie

Der US-Rüstungskonzern AeroVironment richtet seinen operativen Fokus neu aus. Während das Geschäft mit Drohnenabwehr-Systemen stark ausgebaut wird, muss das Unternehmen den Wegfall eines wichtigen Raumfahrtprogramms verkraften. Auf einer Investorenkonferenz skizzierte das Management nun, wie das künftige Wachstum trotz dieser Hürden gesichert werden soll.

Drohnenabwehr als Wachstumstreiber

Auf der JPMorgan Industrials Conference am Mittwoch präsentierte CEO Wahid Nawabi ehrgeizige Ausbaupläne. Besonders die Systeme zur Drohnenabwehr (C-UAS) sowie sogenannte Loitering Munitions stehen im Zentrum der Strategie. Die Produktionskapazität für die Titan-Serie wurde im laufenden Geschäftsjahr bereits mehr als verdoppelt. Für das kommende Jahr peilt AeroVironment bei dieser Produktlinie eine Ausweitung der Kapazitäten auf bis zu eine halbe Milliarde US-Dollar an. Unterstützt wird diese Expansion durch ein neues Werk, das sich aktuell im Bau befindet und die steigende Nachfrage bedienen soll.

Rückschlag im Raumfahrt-Segment

Gleichzeitig muss der Konzern Portfolioanpassungen vornehmen. Das US Space Command hatte kürzlich entschieden, das SCAR-Programm (Satellite Communication Augmentation Resource) zu beenden. Dieses Projekt steuerte im Vorjahr noch rund fünf Prozent zum Gesamtumsatz von AeroVironment bei. Als Konsequenz verbuchte das Unternehmen eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 150 Millionen US-Dollar auf den Firmenwert der Raumfahrtsparte.

Das Management geht allerdings davon aus, dass der Abbruch die langfristige Entwicklung kaum bremsen wird. Die Prognose für ein zweistelliges Wachstum im nächsten Jahr bleibt bestehen. Die zugrundeliegende Antennentechnologie des Programms soll nun für kommerzielle Zwecke weiterentwickelt werden.

Personelle und strategische Weichenstellungen

Flankiert wird die operative Neuausrichtung durch eine erweiterte Partnerschaft mit Red Cat Holdings. Ziel der Kooperation ist es, deren FPV-Drohnen tiefer in die vollelektrischen Flugsysteme von AeroVironment zu integrieren, um die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Auf Führungsebene steht zudem ein Wechsel an: Chief Operating Officer Brad Truesdell hat seinen Rückzug angekündigt, bleibt aber bis zur Ernennung eines Nachfolgers im Amt, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

An der Börse spiegeln sich die jüngsten Umbrüche in einer spürbaren Zurückhaltung wider. Nach einem Kursrückgang von über 15 Prozent im vergangenen Monat notierte das Papier am Mittwoch bei 188,00 Euro und bewegt sich damit deutlich unter der 200-Tage-Linie.

Die kommenden Monate stehen für AeroVironment im Zeichen der operativen Umsetzung. Der Fokus liegt nun darauf, die neuen Produktionskapazitäten rasch hochzufahren und den Umsatzverlust aus dem SCAR-Programm durch das florierende Drohnengeschäft zu kompensieren.

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