Für AeroVironment steht viel auf dem Spiel. Nach dem überraschenden Verlust eines gigantischen Raumfahrt-Auftrags und einer drastischen Gewinnwarnung muss das Management nun dringend das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Die anstehende Präsentation auf einer wichtigen Branchenkonferenz wird damit zum ultimativen Stresstest für die Führungsriege.
Teurer Rückschlag beim SCAR-Programm
Der Auslöser für die aktuelle Verunsicherung liegt bei der U.S. Space Force. Diese hat entschieden, den bestehenden Vertrag für das SCAR-Programm aufzulösen und die Anforderungen neu auszuschreiben. Für AeroVironment bedeutet das nicht nur den vorläufigen Verlust eines potenziellen Auftragsvolumens von rund 1,5 Milliarden US-Dollar im Auftragsbestand. Das Unternehmen musste im dritten Quartal auch eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 151,3 Millionen US-Dollar auf den Firmenwert der Raumfahrt-Sparte verbuchen.
Zwar stieg der Umsatz im abgelaufenen Quartal dank der Übernahme des Rüstungsunternehmens BlueHalo massiv auf 408 Millionen US-Dollar an. Gleichzeitig rutschte die Bruttomarge jedoch von 38 auf 24 Prozent ab. Verantwortlich dafür waren primär höhere Abschreibungen und ein veränderter Umsatzmix infolge der Akquisition. Diese toxische Mischung aus Margendruck und dem geplatzten Großauftrag hat deutliche Spuren hinterlassen. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 15 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 185,65 Euro – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei über 350 Euro.
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Lichtblicke und ein Abschied
Abseits der Raumfahrt-Sparte zeigt sich das Kerngeschäft robuster. Der finanzierte Auftragsbestand erreichte mit 1,1 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Zu den jüngsten Erfolgen zählt unter anderem ein 186-Millionen-Dollar-Abruf der US-Armee für die bewährten Switchblade-Drohnensysteme.
Mitten in dieser operativ anspruchsvollen Phase kündigte Finanzchef Kevin McDonnell seinen Rückzug zum Juli 2026 an. Ein Wechsel an dieser Schlüsselposition sorgt während der laufenden Integration von Zukäufen für eine zusätzliche Ebene der Unsicherheit, insbesondere was die zukünftige Kapitalallokation und Kostendisziplin betrifft.
Analysten uneins vor wichtigem Termin
Die Reaktionen der Wall Street fallen gemischt aus. Während Raymond James die Aktie nach der SCAR-Ankündigung auf „Underperform“ abstufte, hält BTIG an einer Kaufempfehlung fest. Am 18. März müssen CEO Wahid Nawabi und der scheidende CFO McDonnell auf der J.P. Morgan Industrials Conference konkrete Antworten liefern. Das Management wird dort detailliert darlegen müssen, wie die Margen stabilisiert werden sollen und welche Chancen bei der Neuausschreibung des Raumfahrt-Programms tatsächlich bestehen.
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