AeroVironment erlebt eine bewegte Handelswoche zwischen euphorischen Kurszielen und warnenden Stimmen. Während JPMorgan den Drohnenhersteller zum Wachstumstitel erklärt, mahnt die UBS vor einer deutlichen Überbewertung. Warum ignorieren die Anleger heute dennoch die vorsichtigen Signale?
Zwei Banken, zwei Welten
Der Markt verarbeitet aktuell zwei gegensätzliche Einschätzungen, die innerhalb der letzten 48 Stunden veröffentlicht wurden. Am Mittwoch startete die UBS die Abdeckung der Aktie mit einem „Neutral“-Rating und einem Kursziel von 259 US-Dollar. Analyst Gavin Parsons erkennt zwar die starke Marktposition und das Potenzial der BlueHalo-Übernahme an, sieht den Erfolg im aktuellen Kurs aber bereits eingepreist. Mit einem Bewertungsmultiplikat vom über 120-fachen des erwarteten EV/EBITDA erscheint der Titel der Bank schlicht zu teuer, selbst wenn der Umsatz bis 2030 jährlich um 15 Prozent steigen sollte.
Diese Skepsis steht im Kontrast zur optimistischen Haltung von JPMorgan. Bereits am Dienstag stufte Analyst Seth Seifman das Papier auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 320 US-Dollar hoch. Er setzt auf zweistellige Wachstumsraten im Bereich der Drohnen- und Weltraumtechnologie. Diese Einschätzung löste am Dienstag bereits eine Rally von 7,7 Prozent aus.
Wachstum durch Großaufträge
Trotz der Warnung der UBS greifen Investoren heute wieder zu. Die Aktie stieg im frühen Handel um rund 3,8 Prozent auf etwa 275,56 US-Dollar. Der Markt scheint sich stärker auf die operativen Fortschritte zu konzentrieren. AeroVironment integriert derzeit den Zukauf BlueHalo für 4,1 Milliarden US-Dollar, um die Kompetenzen in der elektronischen Kampfführung und Weltraumtechnik auszubauen.
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Zusätzliche Unterstützung liefert die Auftragslage. Nach einem Großauftrag der U.S. Army über 874 Millionen US-Dollar im Dezember sicherte sich das Unternehmen erst diesen Monat einen weiteren Vertrag der U.S. Air Force im Volumen von 75 Millionen US-Dollar.
Insider nutzen das Kursniveau
Während die Aktie zulegt, zeigen aktuelle Meldungen Verkäufe aus der Führungsebene. Finanzvorstand Kevin Patrick McDonnell und Direktor Stephen F. Page veräußerten im Februar kleinere Aktienpakete. Diese Transaktionen erfolgten im Rahmen vorab festgelegter 10b5-1-Handelspläne. Solche routinemäßigen Verkäufe dienen oft der Diversifikation, werden vom Markt aber dennoch als Indikator für die kurzfristige Luft nach oben beobachtet.
Das Erreichen der von JPMorgan prognostizierten Wachstumsraten wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Im Fokus steht dabei vor allem die erfolgreiche Eingliederung von BlueHalo in das Kerngeschäft.
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