Der Drohnenspezialist AeroVironment hat Investoren in den vergangenen Wochen eine harte Geduldsprobe auferlegt. Eine drastische Prognosekürzung und hohe Abschreibungen drückten die Stimmung erheblich. Während die roten Zahlen das Bild dominieren, deuten prall gefüllte Auftragsbücher und erste Analysten-Upgrades nun auf eine mögliche Stabilisierung hin.
Prognoseschock trifft auf Rekordaufträge
Auslöser für den jüngsten Bewertungsabschlag war der Quartalsbericht vom 10. März. Obwohl der Umsatz um 143 Prozent auf 408 Millionen US-Dollar kletterte, verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen um rund 80 Millionen US-Dollar. Schwerer wog eine Wertminderung von 151 Millionen US-Dollar, die zu einem massiven Quartalsverlust führte. Infolgedessen korrigierte das Management die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 nach unten: Statt eines moderaten Fehlbetrags rechnet AeroVironment nun mit einem Nettoverlust zwischen 201 und 218 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser Belastungsfaktoren beginnen erste Marktbeobachter, das aktuelle Kursniveau neu zu bewerten. Raymond James stufte das Papier kürzlich von „Underperform“ auf „Market Perform“ hoch. Andere Institute passten ihre Kursziele an die neue Realität an:
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- UBS: Kurszielsenkung von 259 auf 236 US-Dollar (Rating: Neutral)
- KeyCorp: Kurszielsenkung von 330 auf 295 US-Dollar (Rating: Overweight)
Ein Blick auf die fundamentale Nachfrage erklärt den verbleibenden Optimismus der Analysten. Mit einem Rekordauftragsbestand von 1,1 Milliarden US-Dollar und neuen Bestellungen im Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal bleibt das operative Geschäft intakt. Ein frischer Vertrag mit der US-Armee über 117,3 Millionen US-Dollar für P-550-Drohnen untermauert diese Entwicklung.
Expansionskurs trotz roter Zahlen
Nach einem Kursrückgang von über 54 Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 354,30 Euro verzeichnet die Aktie bei aktuell 162,65 Euro nun einen leichten Tagesgewinn. Parallel zu den Marktbewegungen treibt das Unternehmen seine Akquisitionsstrategie weiter voran. Mitte März schloss AeroVironment die Übernahme von ESAero für rund 200 Millionen US-Dollar ab. Der Zukauf soll als Kompetenzzentrum für die Prototypenentwicklung und Serienproduktion im Bereich der sogenannten Loitering Munition fungieren.
Die kommenden Monate bringen zudem personelle Veränderungen auf der Führungsebene. CFO Kevin McDonnell wird Ende Juli 2026 in den Ruhestand treten, während das Unternehmen die Integration der jüngsten Zukäufe bewältigen muss. Die entscheidende Kennzahl für die Ende Juni anstehenden Quartalszahlen wird die Margenentwicklung sein. Auf einer jüngsten Investorenkonferenz stellte das Management bereits ein zweistelliges Wachstum für das kommende Jahr sowie eine verdoppelte Produktionskapazität für die Titan-Drohnenabwehrsysteme in Aussicht.
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