Ein neuer Gesetzentwurf aus den USA sorgt für frischen Optimismus bei Aemetis. Der „Biomass Facility Construction Act“ könnte die Finanzierung künftiger Großprojekte des Biotreibstoff-Spezialisten massiv erleichtern. Anleger reagierten prompt: Die Aktie kletterte um 7,68 Prozent auf 1,37 Euro.
Steuergutschriften im Doppelpack
Der vom kalifornischen Abgeordneten Kevin Kiley eingebrachte Entwurf H.R. 9746 sieht eine Steuergutschrift von 30 Prozent für den Bau von Biomasseanlagen vor. Der entscheidende Vorteil für Unternehmen ist das sogenannte „Stacking“. Anlagenbetreiber könnten die neue Förderung beim Bau kassieren und parallel dazu bestehende Gutschriften für die laufende Strom- oder Treibstoffproduktion nutzen.
Für Aemetis kommt dieser Vorstoß zur rechten Zeit. Das Unternehmen betreibt in Kalifornien ein weitverzweigtes Netz von Biogasanlagen. Eine geringere Kapitalintensität würde den mehrjährigen Expansionsplan deutlich absichern.
Strategische Monetarisierung läuft
Aemetis nutzt regulatorische Anreize bereits jetzt konsequent zur Cashflow-Steuerung. Erst Anfang Juli bestätigte das Unternehmen den Verkauf von Steuergutschriften im Wert von 18 Millionen US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 flossen so bereits 4,0 Millionen US-Dollar direkt in die Bilanz.
Parallel dazu investiert der Konzern 40 Millionen US-Dollar in sein Ethanolwerk in Keyes. Dort wird ein System zur mechanischen Brüdenverdichtung installiert. Diese Technik soll den fossilen Erdgasverbrauch der Anlage um rund 80 Prozent senken. Die Folge: Der CO2-Wert des produzierten Ethanols sinkt, was den Marktwert der dafür generierten Umweltzertifikate erhöht.
Indien-IPO als Kurstreiber
Ein weiterer Impulsgeber ist der geplante Börsengang der indischen Tochtergesellschaft Universal Biofuels. Das Management hat bereits Rechts- und Finanzberater verpflichtet, um diesen Schritt vorzubereiten. Das Ziel ist klar: Den Wert der indischen Biodiesel-Sparte für Aktionäre sichtbar machen.
Das Geschäft in Indien erholte sich zuletzt spürbar. Nach der Wiederaufnahme wichtiger Lieferverträge mit staatlichen Ölgesellschaften stiegen die Umsätze dort im Frühjahr auf 10,5 Millionen US-Dollar.
Die nächsten konkreten Daten folgen im August mit der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal. Investoren achten dabei besonders auf das Absatzvolumen von erneuerbarem Erdgas, das im Vorquartal um 55 Prozent zulegte. Ebenfalls im Fokus steht der Fortschritt bei der Refinanzierung langfristiger Schulden.
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