Rund 35 Prozent Kursverlust in zwölf Monaten— und trotzdem wächst das Interesse großer Investmentbanken an Adobe. Der Grund: Das Unternehmen hat seine Strategie grundlegend umgebaut.
Vom Werkzeugkasten zur Schaltzentrale
Adobe positioniert sich nicht mehr nur als Anbieter von Kreativsoftware. Mit der neuen CX Enterprise-Plattform will der Konzern zum Herzstück automatisierter Unternehmensabläufe werden. Das System verbindet externe Technologien von Amazon, Microsoft, OpenAI, Anthropic und NVIDIA zu einem sogenannten Agentic-AI-Layer— einer Schicht, die komplexe Marketing- und Dokumentenprozesse eigenständig steuert.
NVIDIA-Chef Jensen Huang bezeichnete Adobe auf einem Branchengipfel als das „zukünftige Marketing-Fertigungssystem“. Das ist kein Nebensatz. Es signalisiert, dass die Branche Adobe nicht mehr als Opfer der KI-Disruption sieht, sondern als möglichen Profiteur.
Starke Zahlen, schwache Kursentwicklung
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 6,4 Milliarden Dollar— ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis legte um knapp 15 Prozent zu. Die monatlich aktiven Nutzer über Acrobat, Creative Cloud, Express und Firefly wuchsen auf über 850 Millionen— 17 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Mit rund 217 Euro notiert die Aktie knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und liegt fast 20 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 42 zeigt weder Überkauf noch klare Erholung.
Hinzu kommt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Die Ermächtigung über 25 Milliarden Dollar läuft bis Frühjahr 2030 und soll knapp ein Viertel der ausstehenden Aktien zurückkaufen. CFO Dan Durn verwies auf einen freien Cashflow von rund 3 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal als Grundlage dafür.
Was Analysten erwarten
J.P. Morgan stuft Adobe als „Overweight“ ein und sieht das Kursziel bei 420 Dollar. Die Bank sieht das Unternehmen als direkte KI-Investition— nicht als Randprofiteur. RBC bestätigt ein „Outperform“-Rating mit Ziel 350 Dollar. Beide Häuser betonen, dass Adobes Bewertungsmultiples historisch niedrig sind— gemessen an den Wachstumsjahren der Vergangenheit.
Das Lager der Skeptiker ist kleiner, aber vorhanden. Mizuho beobachtet den Wettbewerbsdruck im Prosumer- und Kleinunternehmenssegment. Dort kämpft Adobe gegen günstigere Alternativen, die KI-gestützte Kreativtools zunehmend demokratisieren.
Das Management hat die Jahresziele für 2026 bestätigt. Im zweiten Halbjahr stehen Updates zum Firefly Video Model und zu den erweiterten GenStudio-Tools an. Ob diese Neuerungen das Wachstum beim jährlich wiederkehrenden Umsatz spürbar beschleunigen, wird sich an den Quartalszahlen für Q2 ablesen lassen— erwartet Ende Juni.
Adobe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adobe-Analyse vom 5. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Adobe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adobe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Adobe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
