Der Software-Gigant Adobe überrascht mit einem radikalen Strategieschwenk: Erstmals bietet das Unternehmen eine vollwertige Video-App kostenlos an – und zielt damit direkt auf TikTok-Creator und Instagram-Influencer. Kann dieser Schachzug die zuletzt schwächelnde Aktie wieder zum Leben erwecken?
Premiere on iPhone: Vollprofi-Tools für die Hosentasche
Adobe hat am Dienstag „Premiere on iPhone“ gelauncht – eine kostenlose Video-App, die professionelle Bearbeitung direkt auf dem Smartphone ermöglicht. Das Besondere: Die App bietet eine vollwertige Multi-Track-Timeline für Video, Audio und Text sowie KI-gestützte Features wie automatische Sprachverbesserung. Mit nur einem Klick lassen sich fertige Videos direkt auf Social-Media-Plattformen hochladen.
Der Clou liegt im Geschäftsmodell: Während die Grundfunktionen kostenlos bleiben, können Nutzer zusätzlichen Cloud-Speicher oder KI-Credits für Adobes Firefly-Features kaufen. Diese Freemium-Strategie markiert einen deutlichen Kurswechsel für Adobe, das bisher hauptsächlich auf teure Abo-Modelle setzte.
Kampf gegen Canva & Co. eskaliert
Der kostenlose Launch ist eine direkte Antwort auf wachsende Konkurrenz durch Plattformen wie Canva und Figma, die mit kostenlosen Versionen Adobes Marktstellung angreifen. Die Aktie litt zuletzt unter Anlegersorgen bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit gegen diese neuen Herausforderer.
Mit dem Fokus auf mobile Creator erschließt Adobe bewusst eine neue Zielgruppe abseits der klassischen Desktop-Profis. Die Strategie nutzt die fortgeschrittenen Kamera-Features moderner iPhones und integriert Adobes KI-Power für Alleinstellungsmerkmale im überfüllten App-Markt.
Adobe MAX als nächster Meilenstein
Alle Blicke richten sich nun auf die Adobe MAX-Konferenz vom 28. bis 30. Oktober, wo weitere KI- und Produktankündigungen erwartet werden. Eine Android-Version ist in Entwicklung, ein Erscheinungstermin jedoch noch offen. Der Erfolg dieser mobilen Offensive und des neuen Monetarisierungsmodells wird entscheidend für Adobes Zukunft im härter werdenden Creative-Software-Markt.
Stand heute, 23. Oktober: Adobe – Kaufen, halten oder verkaufen?
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