Adobe steckt in einem Widerspruch. Auf der einen Seite wächst der Gesamtumsatz, auf der anderen verliert die Aktie seit einem Jahr kontinuierlich an Boden — rund 38 Prozent im Jahresvergleich, 25 Prozent allein seit Jahresbeginn. Hinter diesem Rückgang steckt mehr als kurzfristige Marktschwäche.
Institutionelle Investoren uneins
Besonders auffällig ist die gespaltene Haltung großer Investoren. Spire Wealth Management reduzierte seine Position zuletzt um 67 Prozent, Canoe Financial um 61 Prozent, Davenport & Co um 32 Prozent. Gleichzeitig stockte Norden Group seine Beteiligung um 169 Prozent auf, Global X Japan um 48 Prozent. Die Gesamtquote institutioneller Eigentümer liegt weiterhin bei rund 82 Prozent — die Meinungen über die Richtung könnten aber kaum weiter auseinandergehen.
Die Bewertungen haben inzwischen den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt erreicht. Ob das eine Kaufgelegenheit darstellt, hängt weniger von der Frage ab, ob Adobe günstig ist — sondern ob die Geschäftsstrategie im KI-Zeitalter noch trägt.
ARR-Änderung sorgt für Misstrauen
Ein technischer, aber folgenreicher Schritt aus dem März-Quartalsbericht verstärkt die Skepsis. Adobe weist seinen ARR-Wert künftig nur noch als Gesamtgröße aus — die bisherige Aufschlüsselung nach Digital Media und Digital Experience entfällt. Das Gesamtwachstum lag im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 bei 10,9 Prozent — erstmals seit Q1 FY24 unter der Marke von elf Prozent.
Das Management begründet die Änderung damit, dass Freemium-Angebote die Kennzahl verzerren. Die Märkte haben diese Erklärung bislang nicht honoriert.
Semrush-Übernahme: Hürden bleiben
Die geplante Übernahme des SEO-Anbieters Semrush für rund 1,9 Milliarden US-Dollar — zu 12 US-Dollar je Aktie in bar — hat in Deutschland grünes Licht erhalten. Das Bundeskartellamt schloss eine wettbewerbsrechtliche Problematik aus. In Großbritannien hingegen hat die Regulierungsbehörde eine Prüfung wegen Bedenken zu Kündigungsgebühren eingeleitet. Zudem einigte sich Adobe mit US-Behörden auf einen Vergleich in Höhe von 150 Millionen US-Dollar.
Strategisch zielt Adobe mit Semrush auf das wachsende Feld der sogenannten Generative Engine Optimization ab — also die Sichtbarkeit von Marken in KI-generierten Suchergebnissen. Das ist ein Wachstumsfeld, das bei Marketingabteilungen weltweit an Bedeutung gewinnt.
Nächste Wegmarken im Frühjahr
Drei Ereignisse könnten die Stimmung in den kommenden Wochen drehen: die Hauptversammlung am 15. April, der Adobe Summit Ende April sowie die Ergebnisse für das zweite Fiskalquartal, die im Juni erwartet werden. Zeigt Adobe dort, dass Firefly und weitere KI-Produkte das Wachstum stützen, ohne die Margen zu belasten, könnte sich das Bild verschieben.
Die 24 Analysten, die die Aktie abdecken, vergeben im Schnitt ein „Hold“-Rating mit einem mittleren Kursziel von 352,63 US-Dollar — bei einer Spanne von 220 bis 500 US-Dollar. Solange eine klare Strategie und eine überzeugende Führungsperspektive fehlen, bleibt die Aktie zwischen starken Umsatzzahlen und dem Druck durch KI-Wettbewerber eingeklemmt.
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