Adobe stellt seine Technologie- und KI-Strategie neu auf. Mit einem prominenten Neuzugang an der IT-Spitze und gezielten Produktinitiativen im Bereich „IP-sichere“ generative KI versucht das Unternehmen, seine Position im Kreativmarkt zu untermauern. Entscheidend wird sein, ob sich diese Projekte schnell genug in greifbare Nutzung und stabile Margen übersetzen.
Neuer CIO soll KI-Infrastruktur skalieren
Zentraler Treiber der aktuellen Entwicklung ist die Berufung von Lucius DiPhillips zum neuen Chief Information Officer. Der frühere Airbnb-Manager übernimmt die Verantwortung für die globalen Technologieservices und löst Cynthia Stoddard ab.
Sein klar umrissener Auftrag: Die Infrastruktur für Adobes ambitionierte KI-Roadmap skalieren. Hintergrund sind die enormen Rechenleistungen, die die wachsende Suite generativer KI-Tools benötigt. Am Markt wird dieser Führungswechsel als notwendiger Schritt gewertet, um die technische Basis für das weitere KI-Wachstum zu sichern und die Plattform robust aufzusetzen.
Firefly, Hollywood und neue Dokumentenfunktionen
Parallel rückt Adobe mit dem Ausbau der „Firefly Foundry“-Initiativen stärker in den Fokus. Branchenberichte dieser Woche heben vor allem den Vorstoß in „IP-sichere“ generative KI-Modelle hervor, die speziell für Hollywood und professionelle Filmproduktion entwickelt werden.
Die Idee dahinter:
– Studios sollen KI nahtlos in ihre Videoworkflows einbinden können
– ohne die rechtlichen Risiken, die bei offenen Modellen und unklaren Trainingsdaten drohen
– und mit einem klaren Enterprise-Fokus, der Haftungsfragen adressiert
Genau dieses Versprechen – KI-Nutzen ohne Rechtsunsicherheit – ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Unternehmenskundengeschäft.
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Auch im Dokumentenbereich setzt der Konzern an. Die Document-Cloud-Sparte bekommt neue Acrobat-Funktionen, mit denen sich PDF-Dokumente in KI-generierte Audio-Zusammenfassungen und Podcast-Formate verwandeln lassen. Ziel ist es, die Nutzungstiefe zu erhöhen und bestehende Kunden noch stärker an die Plattform zu binden.
Verteidigung des „Creative Moat“
Diese Schritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Adobe sein „kreatives Schutzschild“ gegen zunehmenden Wettbewerbsdruck verteidigen muss. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich nachgegeben; aktuell liegt der Kurs mit rund 300 US‑Dollar etwa ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Anleger sorgen sich vor allem um mögliche „AI-Disruption“: Anbieter wie Anthropic oder offene Video-Modelle könnten kreative Arbeit teilweise automatisieren und standardisieren. Das würde klassische Software-Abonnements unter Druck setzen.
Vor diesem Hintergrund ist wichtig, dass die aktuelle Nachfrage nicht auf Missverständnissen beruht. Anders als die zuletzt kursierenden Meldungen über angebliche Aufstockungen durch „Cantillon Capital“ – die sich lediglich auf bereits bekannte Q3‑2025‑Filings stützten – speist sich das Interesse diesmal aus konkreten operativen Fortschritten. Die neuen Produkte werden als gezielte Antwort darauf verstanden, dass KI für Adobe nicht nur Risiko, sondern vor allem Umsatztreiber sein soll.
Ausblick bis zu den Q1-Zahlen
In den kommenden Wochen rückt die Umsetzung in den Mittelpunkt. Der Markt wird genau beobachten, ob DiPhillips die Kostenstruktur der KI-Bereitstellung optimieren kann – ein zentraler Hebel für die Margenentwicklung. Gleichzeitig gelten die neuen Firefly-Video-Tools als wichtiger Test, ob das Konzept „IP-sichere“ KI bei großen Studios wirklich ankommt.
Ein erster Gradmesser für all das steht bereits fest: Am 12. März 2026 legt Adobe die Zahlen für das erste Quartal vor. Bis dahin dürfte vor allem entscheidend sein, ob sich der Bereich um die Marke von 300 US‑Dollar als stabile Basis etabliert und die neuen KI-Angebote in Kundenpiloten und frühen Rollouts spürbare Traktion zeigen.
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