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Adobe Aktie: AI-Kontrast

Adobe präsentiert neue KI-Videotools und einen Förderfonds, doch Analysten bleiben skeptisch. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch, während institutionelle Investoren Positionen ausbauen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert fast 30 Prozent im Jahresvergleich
  • Neue KI-Funktionen für Premiere und After Effects vorgestellt
  • Analysten senken Bewertungen und Kursziele deutlich
  • Institutionelle Investoren nutzen Bewertungsabschlag für Einstiege

Adobe setzt beim Sundance Film Festival mit neuen KI-Funktionen für Video und einem millionenschweren Förderfonds ein klares Signal Richtung Zukunft. An der Börse kommt das bislang jedoch kaum an: Die Aktie rutscht weiter ab, obwohl das Produktportfolio deutlich aufgewertet wird. Wie passt dieser Widerspruch zwischen operativer Stärke und schwachem Kurs zusammen?

Aktie unter Druck trotz Produktoffensive

Die Aktie hat in den vergangenen Wochen spürbar nachgegeben und liegt auf Sicht von zwölf Monaten fast 30 % im Minus. Damit notiert der Titel rund ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch – ein deutlicher Bewertungsabschlag für einen etablierten Softwarekonzern.

Ein wesentlicher Grund: Analysten werden vorsichtiger. In den letzten Wochen häuften sich Herabstufungen, vor allem mit Blick auf den zunehmenden KI-Wettbewerb durch Anbieter wie OpenAI oder Canva. Laut Bloomberg ist die Analystenstimmung so zurückhaltend wie seit 2013 nicht mehr.

Mehrere Häuser haben ihre Einschätzungen angepasst:

  • Oppenheimer stufte von „Outperform“ auf „Perform“ ab.
  • Jefferies senkte von „Buy“ auf „Hold“ und kappte das Kursziel von 500 auf 400 US‑Dollar.
  • BMO Capital Markets reduzierte von „Outperform“ auf „Market Perform“ und den Zielkurs von 400 auf 375 US‑Dollar.

In Summe ergibt sich laut MarketBeat nun ein Konsensrating „Hold“ bei einem durchschnittlichen 12‑Monats-Kursziel von rund 402,85 US‑Dollar. Bewertungsseitig handelt Adobe aktuell etwa beim 17,7‑fachen des gemeldeten Gewinns und unter dem 13‑fachen des freien Cashflows – deutlich günstiger als in der Vergangenheit, aber ohne klar sichtbare Wachstumsbeschleunigung tun sich viele Investoren mit einem Neueinstieg schwer.

KI-Neuheiten für Video und After Effects

Operativ versucht Adobe, genau diese Wachstumsfantasie zu liefern – insbesondere rund um KI im Kreativbereich. Pünktlich zum Start des Sundance-Festivals stellte das Unternehmen umfangreiche Neuerungen für seine Videotools vor.

Kernpunkt ist die engere Verbindung von Adobe Premiere mit den sogenannten Firefly Boards. Darüber erhalten Produktionsteams Zugang zu KI-Modellen nicht nur von Adobe selbst, sondern auch von Anbietern wie Google, OpenAI und Runway. Ziel ist eine kollaborative Arbeitsumgebung, in der Ideenfindung und Grobkonzepte deutlich schneller ablaufen.

Zu den wichtigsten neuen Funktionen gehören:

  • KI-gestütztes Object Mask in Premiere: Komplexe, bewegte Objekte lassen sich mit einem Klick verfolgen und bearbeiten.
  • Überarbeitete Shape Masks: Masken tracken bis zu 20‑mal schneller, was die Detailarbeit im Schnitt spürbar beschleunigt.
  • Neue Adobe‑Stock-Integration: Zugriff auf über 52 Millionen Clips direkt aus Premiere heraus.
  • Großes After‑Effects‑Update (Version 26.0): Verbesserte Vektor-Workflows, neue Typografie‑, Material- und 3D‑Funktionen.

Gerade im professionellen Umfeld zielt Adobe damit auf Effizienzgewinne im Produktionsalltag. Die Botschaft: KI soll Kreative nicht ersetzen, sondern Routineaufgaben abnehmen und Raum für Konzeption und Feinschliff schaffen.

Dominanz beim Sundance und 10‑Millionen-Fonds

Wie stark Adobe im Film- und Serienbereich verankert ist, zeigt ein Blick auf das aktuelle Sundance-Jahr. Laut der jährlichen Umfrage des Sundance Institute setzen 85 % der Beiträge 2026 auf Anwendungen aus der Creative Cloud – darunter Premiere, Frame.io, After Effects, Photoshop und die Substance‑3D‑Suite.

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Zu den mit Premiere geschnittenen Filmen zählen etwa „Chasing Summer“, „Wicker“, „The A.I. Doc: Or How I Became an Apocaloptimist“, „Union County“, „Zi“, „The Moment“ und „The Brittney Griner Story“. Für Adobe ist das ein starkes Schaufenster, um neue Funktionen direkt an seiner Kernzielgruppe zu demonstrieren.

Parallel dazu stockt der Konzern seinen Film & TV Fund auf. Für 2026 sind weitere 10 Millionen US‑Dollar an Zuschüssen und Produktspenden zugesagt, womit das Programm seit dem Start 2024 auf insgesamt 20 Millionen US‑Dollar anwächst.

Der Fonds richtet sich an aufstrebende und mittelständische Filmschaffende aus unterrepräsentierten Gruppen und unterstützt sie über:

  • Finanzielle Grants
  • Zugriff auf professionelle Videotools
  • Karriere- und Weiterbildungsprogramme
  • Fellowships und Praktika

Neue Partner sind unter anderem Rideback RISE und Dimz Inc.; bestehende Kooperationen mit Initiativen wie Group Effort Initiative und Gold House werden ausgebaut. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf Projekten, in denen KI aktiv in den kreativen Workflow integriert wird – hier startet Adobe ein eigenes Direktförderprogramm.

Institutionelle Investoren bleiben an Bord

Trotz der Kursschwäche bleiben große Adressen investiert. Institutionelle Anleger halten zusammen rund 81,79 % der Aktien.

Zu den auffälligen Bewegungen zählt ein neuer, milliardenschwerer Einstieg der norwegischen Zentralbank (Norges Bank) im zweiten Quartal. Daneben hat Arrowstreet Capital seine Position um 53,3 % erhöht, während Dodge & Cox seinen Anteil sogar um über 8.000 % ausgebaut hat.

Diese Engagements deuten darauf hin, dass zumindest ein Teil der professionellen Investoren die aktuelle Bewertung als Chance betrachtet – auch wenn die kurzfristige Stimmung an der Börse vorsichtig bleibt.

Ausblick: Fokus auf AI-Monetarisierung

Der nächste klar definierte Impuls könnte im April kommen: Auf der Adobe Summit Conference wollen Investoren vor allem sehen, wie sich die KI‑Initiativen konkret in Umsatz und Gewinn übersetzen lassen. Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Management ein Ergebnis je Aktie von 5,85 bis 5,90 US‑Dollar im ersten Quartal sowie 23,30 bis 23,50 US‑Dollar für das Gesamtjahr an, bei erwarteten Erlösen von 25,9 bis 26,1 Milliarden US‑Dollar.

Solange harte Belege für eine spürbare Umsatzbeschleunigung ausbleiben, dürfte die Aktie zwar weiter mit einem Abschlag zu früheren Bewertungsniveaus handeln. Gelingt es Adobe jedoch, auf dem Summit belastbar zu zeigen, dass die neuen KI‑Funktionen mehr sind als nur Produktmarketing, könnte sich der aktuell gedrückte Bewertungsmultiplikator wieder deutlich nach oben bewegen.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.