Künstliche Intelligenz sollte Software-Konzernen eigentlich Flügel verleihen. Bei Adobe sorgt die Technologie stattdessen für tiefe Sorgenfalten. Investoren fürchten, dass neue KI-Tools das klassische Abo-Modell des Kreativ-Giganten kannibalisieren könnten. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent seines Wertes verloren. Nun versucht das Management, den anhaltenden Verkaufsdruck mit finanzieller Feuerkraft abzufedern.
Am Donnerstag zeigte sich zumindest eine leichte technische Gegenreaktion. An der Wall Street schloss der Titel leicht im Plus, während der Kurs an den europäischen Handelsplätzen bei rund 202 Euro aus dem Handel ging. Das ändert wenig am übergeordneten Bild. Die Aktie notiert rund 24 Prozent unter ihrer langfristigen 200-Tage-Linie und bewegt sich weiterhin gefährlich nah an ihren jüngsten Tiefstständen.
Milliarden-Rückkäufe als Stütze
Um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, greift der Vorstand zu einer bewährten Verteidigungsstrategie. Eine bereits erteilte Autorisierung erlaubt den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 25 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen könnte damit fast ein Viertel aller ausstehenden Anteile über den freien Markt einziehen. Solche Volumina signalisieren dem Markt in der Regel, dass die Führungsebene das eigene Papier für fundamental unterbewertet hält.
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Parallel dazu läuft das operative Tagesgeschäft weiter. Adobe schloss diese Woche über 50 Sicherheitslücken in verschiedenen Produktlinien. Solche routinemäßigen Updates liefern zwar keine direkten Kursimpulse. Sie sind für die Bindung der wichtigen Enterprise-Kunden im Bereich Cybersecurity allerdings essenziell. Institutionelle Investoren wie Madison Asset Management halten derweil an ihren Millionenpositionen fest.
Warten auf den KI-Beweis
Die fundamentale Bewährungsprobe steht noch aus. Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von bis zu 23,50 US-Dollar an. Im anstehenden zweiten Quartal sollen davon rund 5,85 US-Dollar erzielt werden.
Das eigentliche Augenmerk des Marktes liegt auf der Monetarisierung. Die kommenden Quartalszahlen müssen handfeste Belege liefern, dass KI-Dienste wie Firefly nicht nur hohe Entwicklungskosten verursachen, sondern messbar zum Umsatzwachstum beitragen. Gelingt dieser Nachweis bei der nächsten Bilanzvorlage nicht, dürfte das milliardenschwere Rückkaufprogramm als alleinige Kursstütze kaum ausreichen.
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