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Symbolbild, KI-generiert

Adidas: Vietnam-Zölle von 46 auf 10 Prozent

Adidas erwartet operative Verbesserungen von 650 Mio. Euro, doch Zölle und Währungseffekte zehren 400 Mio. Euro auf. Die EBIT-Marge von zehn Prozent rückt in die Ferne.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zölle kosten 400 Millionen Euro
  • EBIT-Marge von zehn Prozent verschoben
  • Insider kaufen trotz schwachem Kurs
  • Q1-Zahlen am 29. April erwartet

Vietnam war einst die Antwort auf die China-Abhängigkeit. Jetzt ist es das Problem. 27 Prozent seines gesamten Einkaufsvolumens bezieht Adidas aus dem Land — und genau diese Konzentration macht den Konzern zur Zielscheibe der US-Handelspolitik.

Zölle kosten 400 Millionen Euro

CEO Bjørn Gulden hat die Rechnung bereits aufgemacht: Von 650 Millionen Euro erwarteten operativen Verbesserungen für 2026 werden rund 400 Millionen durch Zölle und Währungseffekte aufgezehrt. CFO Harm Ohlmeyer ergänzte, dass ohne diese Belastungen eine EBIT-Marge von zehn Prozent drin gewesen wäre. Dieses Ziel verschiebt sich nun auf 2027 oder 2028.

Die rechtliche Lage bleibt unübersichtlich. Nach dem Supreme-Court-Urteil vom 20. Februar 2026 ersetzte Trump die gekippten IEEPA-Zölle durch einen pauschalen Satz auf Basis von Section 122. Vietnam fiel damit von 46 auf zunächst zehn Prozent — seither droht eine Anhebung auf 15 Prozent. Section 122 setzt zudem eine harte Frist: Ende Juli 2026 läuft der Zoll ohne Parlamentsbeschluss aus. Was danach kommt, ist offen. Laufende Section-301-Untersuchungen gegen Vietnam machen einen Nachfolgemechanismus wahrscheinlich.

Kurzfristig kann Adidas kaum gegensteuern. Geplante Preiserhöhungen greifen frühestens in einem halben Jahr, weil Händlerkonditionen bereits fixiert sind. Die 70 Zulieferbetriebe in Vietnam lassen sich nicht schnell verlagern. Mittelfristig erkundet das Unternehmen Standorte in Lateinamerika, besonders Mexiko und Brasilien.

Insider kaufen, Kurs bleibt schwach

Ende März setzten Großaktionär Nassef Sawiris und CFO Ohlmeyer ein Zeichen: Sawiris‘ Investmentvehikel kaufte Adidas-Papiere für 11 Millionen Euro, Ohlmeyer investierte über 332.000 Euro. Der Kurs zeigt sich davon wenig beeindruckt. Mit 136,60 Euro notiert die Aktie knapp 19 Prozent unter dem Jahresanfangswert und fast 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 223,50 Euro.

22 von 23 Analysten empfehlen die Aktie dennoch zum Kauf — eine auffällige Diskrepanz zum aktuellen Kursniveau.

Mittwoch liefert den ersten Datenpunkt

Am 29. April präsentiert Adidas die Zahlen zum ersten Quartal 2026. Neun Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 2,67 Euro — elf Prozent mehr als im Vorjahr — bei einem Umsatz von 6,33 Milliarden Euro. Im Fokus steht die Bruttomarge: Sie zeigt erstmals konkret, wie stark Zölle und der schwache Dollar ins Kontor schlagen. Das Wachstum im Direktvertrieb dürfte ebenfalls genau unter die Lupe genommen werden.

Am 7. Mai folgt die Hauptversammlung in Fürth. Auf der Tagesordnung steht eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie — 40 Prozent mehr als im Vorjahr — sowie ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu eine Milliarde Euro zur Abstimmung. Wie konkret das Management die Zollbelastung für den Jahresverlauf beziffert, wird die Richtung für beide Termine vorgeben.

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