Adidas stolpert in das Börsenjahr 2026: Operativ meldet der Sportartikelkonzern Rekordwerte, an der Börse dagegen herrscht Ernüchterung. Der Kurs liegt deutlich unter früheren Höchstständen, obwohl CEO Björn Gulden das Unternehmen sichtbar stabilisiert hat. Wie passt dieser Widerspruch aus Rekordmeldungen und schwacher Aktie zusammen?
Harter Realitätscheck nach 2025
2025 war für Adidas-Aktionäre ein enttäuschendes Jahr. Der Titel zählte zu den schwächsten Werten im DAX und verlor im Jahresverlauf rund 30 Prozent. Zum Wochenschluss lag der Kurs bei 167,40 Euro und damit klar unter den Niveaus, die noch Anfang 2025 möglich schienen.
Während der Leitindex neue Hochs markierte und vor allem Technologie- und Industriewerte deutlich zulegten, blieb Adidas zurück. Die Aktie notiert aktuell rund 36 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 261,00 Euro. Gleichzeitig liegt der Abstand zum 52‑Wochen-Tief bei gut 12 Prozent – von einer überzeugenden Trendwende kann also noch nicht die Rede sein.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Schlusskurs Freitag: 167,40 Euro
- Veränderung 7 Tage: rund -15 %
- Veränderung 12 Monate: rund -29 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: ca. -36 %
- Sektor: global schwache Konsumgüter- und Sportbekleidungswerte
Der Kurs bewegt sich damit zwar leicht über dem jüngsten Tief, bleibt aber klar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 186,14 Euro. Charttechnisch dominiert weiterhin der Abwärtstrend.
Rekordzahlen ohne Kursfantasie
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Geschäftsentwicklung und Aktienkurs. Im dritten Quartal 2025 meldete Adidas Rekordumsätze und hob die Prognose an. Unter Björn Gulden gelang es, das Unternehmen aus der vorherigen Krise zu führen und operativ wieder auf Kurs zu bringen.
An der Börse löste das jedoch keinen nachhaltigen Aufschwung aus. Trotz solider Zahlen kam es zu deutlichen Abgaben. Marktbeobachter führen dies vor allem auf zwei Faktoren zurück:
- Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Erholungsphase
- Sorgen um die Konsumlaune in wichtigen Regionen wie China und Nordamerika
Hinzu kommt die Schwäche des US-Konkurrenten Nike, der ebenfalls mit strukturellen Problemen und einer enttäuschenden Kursentwicklung ringt. Die Schwierigkeiten des Marktführers belasten die Stimmung für den gesamten Sportartikelsektor.
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Analysten: Begrenztes Abwärtspotenzial, aber Trendproblem
Trotz der schwachen Performance sehen einige Analysten zum Start in das Jahr 2026 Chancen. Mehrere Häuser verweisen darauf, dass das Abwärtspotenzial nach dem Kursrückgang inzwischen eingegrenzt sein könnte.
- RBC Capital Markets zählt Adidas zu den „Favoriten für 2026“ und spricht von einer möglichen Unterbewertung nach dem Kursrutsch.
- Deutsche Bank Research hält an einer Kaufempfehlung fest.
- Das Fußball-WM-Jahr 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gilt als potenzieller Treiber für Umsatz und Markenpräsenz.
Diese optimistischen Einschätzungen stehen allerdings einem klar negativen Preistrend gegenüber. Solange die Aktie zentrale charttechnische Marken nicht zurückerobert, bleiben Kursziele jenseits der 200‑Euro-Marke eher theoretischer Natur.
Der Blick auf technische Kennzahlen unterstreicht das Bild: Der Kurs liegt zwar leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 163,11 Euro, aber klar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt. Der RSI von 41,1 signalisiert weder eine klare Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation – eher ein unsicheres Niemandsland.
Sektor unter Druck – Nike als Mahnung
Der Blick auf Nike macht deutlich, dass es sich nicht nur um ein isoliertes Adidas-Problem handelt. Auch der US-Rivale kämpft mit strukturellen Herausforderungen und einer schwachen Aktie. Selbst Insiderkäufe Ende Dezember 2025 konnten dort bislang keinen stabilen Aufwärtstrend anstoßen.
Für Adidas bedeutet das: Der globale Sektor „Konsumgüter & Sportbekleidung“ steht an der Börse derzeit insgesamt unter Druck. Viele Investoren schichten in andere Bereiche um – etwa in zyklische Industriewerte oder defensivere Titel. Ohne ein klar positives Signal, etwa durch überraschend starke Ausblicke im ersten Quartal 2026, wird es für Adidas schwer, sich gegen diesen Sektortrend zu behaupten.
Fazit: Erholung braucht klare Signale
Adidas startet angeschlagen in das neue Börsenjahr. Operative Rekorde allein reichen bisher nicht aus, um den skeptischen Markt zu drehen. Aus technischer Sicht bleibt die Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend gefangen, auch wenn der Kurs etwas Abstand zum Jahrestief gewonnen hat.
Kurzfristig bleiben zwei Marken im Fokus: Eine stabile Verteidigung des Bereichs knapp über dem 52‑Wochen-Tief um 150 Euro wäre wichtig, um weitere Abgaben zu vermeiden. Auf der Oberseite könnte eine zügige Rückkehr in Regionen deutlich oberhalb des 180‑Euro-Bereichs das Bild klar aufhellen – insbesondere, wenn Adidas diese Bewegung mit überzeugenden Aussagen zum WM-Jahr 2026 untermauert.
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