Erholt, aber noch nicht aus dem Schneider. Die Adidas-Aktie legte in der vergangenen Woche knapp sechs Prozent zu — und steht trotzdem rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Was den Kurs wirklich bewegt, entscheidet sich am 29. April, wenn Adidas seine Q1-Zahlen vorlegt.
Warum die Lücke so schmerzt
Das Kernproblem ist bekannt, aber noch nicht ausgepreist. Adidas erwartet für 2026 ein operatives Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro — der Analystenkonsens hatte 2,72 Milliarden auf dem Zettel. Diese Lücke von rund 15 Prozent erklärt den Kursrückgang der vergangenen Monate.
Ursache sind US-Zölle und Währungseffekte, die das Ergebnis mit rund 400 Millionen Euro belasten. Die Zollsituation ist dabei alles andere als stabil: Nach einem Supreme-Court-Urteil im Februar 2026, das IEEPA-Abgaben für ungültig erklärte, gilt nun ein pauschaler Importaufschlag von zehn Prozent — für 150 Tage und nahezu alle Importländer. Parallel laufen Section-301-Untersuchungen gegen Vietnam.
Lieferkette lässt sich nicht schnell umbauen
92 Prozent des Beschaffungsvolumens stammen aus Asien. Vietnam allein stellt 27 Prozent, Indonesien 18 Prozent, China 16 Prozent. Rund 40 Prozent der Schuhproduktion kommen aus Vietnam — und eine schnelle Verlagerung ist laut Bloomberg-Analystin Poonam Goyal ausgeschlossen. Performance-Schuhe erfordern hochspezialisierte Kapazitäten, die sich nicht kurzfristig verschieben lassen.
CEO Björn Gulden setzt deshalb auf Zurückhaltung: Bei US-Preiserhöhungen wolle man die Wettbewerber beobachten, statt als Erster voranzugehen. Das schont kurzfristig die Nachfrage, drückt aber die Marge.
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Was der Markt am 29. April sehen will
Analysten erwarten für Q1 einen Gewinn je Aktie von 2,67 Euro bei einem Umsatz von 6,33 Milliarden Euro — ein Gewinnanstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Direct-to-Consumer-Geschäft wächst indes weiter zweistellig, getragen vom Samba- und Gazelle-Trend. Ob das reicht, um die Zollbelastung abzufedern, ist die eigentliche Frage hinter den Zahlen.
Das Analystenfeld bleibt überwiegend konstruktiv: 22 von 28 Analysten empfehlen den Kauf. Das Kursziel reicht von 190 Euro bei Berenberg bis 277 Euro bei der Citigroup, der Durchschnitt liegt bei 217 Euro. Berenberg verweist auf historisch niedrige Bewertungskennzahlen, sieht die Aktie aber in verhaltener Anlegerstimmung gefangen — ein Nein zum Einstieg, kein Alarm.
Mittelfristig gibt Adidas Orientierung: Für 2027 und 2028 peilt der Konzern währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich an, befeuert durch die Fußball-WM in Nordamerika. Am 7. Mai folgt die Hauptversammlung mit einer um 40 Prozent erhöhten Dividende von 2,80 Euro je Aktie und einem milliardenschweren Rückkaufprogramm. Der Q1-Bericht in neun Tagen liefert den ersten Hinweis, ob dieser Fahrplan noch trägt.
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