Startseite » DAX » Adidas: 705 Millionen Euro übertreffen Konsens

Adidas: 705 Millionen Euro übertreffen Konsens

Adidas überrascht im ersten Quartal mit operativem Gewinn von 705 Millionen Euro und bestätigt die Jahresprognose für 2026.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Operativer Gewinn steigt auf 705 Millionen Euro
  • Umsatz erreicht währungsbereinigt 6,6 Milliarden Euro
  • Eigene Verkaufskanäle treiben das Wachstum
  • Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro abgeschlossen

Operative Gewinne über Konsens, Margen verbessert, Jahresprognose bestätigt — Adidas hat zum Jahresauftakt 2026 mehr geliefert, als Analysten erwartet hatten. Die Aktie sprang am Dienstag um knapp neun Prozent nach oben.

Zahlen, die überzeugen

Der operative Gewinn kletterte im ersten Quartal auf 705 Millionen Euro. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum — und liegt spürbar über dem Analystenkonsens von 647 Millionen Euro. Der Umsatz erreichte währungsbereinigt 6,6 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen von 6,3 Milliarden Euro.

Die operative Marge verbesserte sich von 9,9 auf 10,7 Prozent. Der Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten stieg auf 484 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von elf Prozent.

Direktvertrieb schlägt Großhandel

Besonders stark lief das Geschäft in den eigenen Verkaufskanälen. Der Großhandel legte nur moderat zu — das ist Absicht. Weil der Einzelhandel zunehmend Preisnachlässe fordert, drosselt Adidas bewusst die Liefermengen an Handelspartner. Die Strategie schützt die Margenqualität.

Währungsrisiken, Zollbelastungen und erhöhte Lagerbestände bleiben als Belastungsfaktoren bestehen. Das makroökonomische Umfeld gibt ebenfalls keinen Rückenwind.

Kapitalrückkehr und Ausblick

Adidas schloss die erste Tranche seines Aktienrückkaufprogramms ab. Dafür erwarb der Konzern 3,3 Millionen eigene Aktien für 500 Millionen Euro. Die Gesamtgenehmigung beläuft sich auf bis zu eine Milliarde Euro. Inklusive der geplanten Dividendenzahlung soll die gesamte Kapitalrückführung 2026 auf 1,5 Milliarden Euro steigen. Die Verschuldungsquote lag zum Quartalsende bei 1,7x — komfortabel unter dem Zielwert von 2,0x.

Den Jahresausblick für 2026 hat Adidas nach dem starken Jahresauftakt bestätigt.

WM 2026 als nächster Katalysator

Über die Zahlen hinaus hat Adidas einen strategischen Hebel im Sommer. Als offizieller Sponsor der Fußball-WM 2026 stattet der Konzern 14 nationale Teams aus. Laut einer YouGov-Studie ist Adidas mit einem Wiedererkennungswert von 39 Prozent weltweit der zweitbekannteste WM-Partner — hinter Coca-Cola. Unter Deutschen liegt der Wert bei 47 Prozent.

Die Aktie notiert aktuell bei 147,50 Euro und damit rund drei Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit dem Tief von 130,60 Euro Anfang April hat sie gut zwölf Prozent aufgeholt. Das 52-Wochen-Hoch bei 223,50 Euro liegt allerdings noch weit entfernt. Ob der WM-Sommer den nächsten Schub liefert, hängt auch davon ab, wie gut Adidas die Zoll- und Währungsrisiken im zweiten Quartal abfedert — die nächsten Zahlen werden das zeigen.

Anzeige

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 30. April liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Adidas

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.