Adecco meldet für das zweite Quartal 2026 das fünfte Wachstumsquartal in Folge – und das in einem Personaldienstleistungsmarkt, der zuletzt eher für Zurückhaltung bekannt war. Der Schweizer Personaldienstleister legt zum Halbjahr Zahlen vor, die sowohl beim Umsatz als auch bei der Profitabilität über dem Vorjahr liegen.
Wachstum in allen Kernregionen
Der organische Umsatz kletterte um 5,6 Prozent, Adecco gewann dabei Marktanteile von 60 Basispunkten gegenüber der Konkurrenz, konzernweit waren es sogar 160 Basispunkte. Die Kernmarke Adecco selbst wuchs mit 6,6 Prozent noch schneller als der Konzern – angetrieben von Nordamerika mit 12 Prozent und der Region Asien-Pazifik mit 10 Prozent.
Auch die kleineren Sparten drehen ins Positive. Akkodis, die Technologiesparte, kehrte nach längerer Schwächephase mit 1 Prozent Wachstum zurück in die Erfolgsspur. LHH stagnierte zwar insgesamt, doch das Segment für Personalvermittlung (Professional Recruitment Solutions) wuchs ebenfalls wieder leicht.
Margen ziehen an, Schulden sinken
Auf der Ertragsseite zeigt sich der eigentliche Fortschritt. Das bereinigte EBITA stieg um 21 Prozent auf 165 Millionen Euro, die Marge kletterte um 30 Basispunkte auf 2,8 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 31 Prozent auf 0,61 Euro zu, während der unbereinigte Wert bei 0,28 Euro liegt.
Hinter dem Margensprung steckt vor allem operative Disziplin: Die Produktivität stieg um 6 Prozent, und von jedem zusätzlichen Euro Umsatz blieben 64 Prozent als zusätzlicher Gewinn hängen – ein Wert, den Adecco selbst als „Drop-down-Ratio“ bezeichnet. Parallel dazu baut der Konzern Schulden ab: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA sank binnen eines Jahres um 0,5 Punkte, die Cash-Conversion über die letzten zwölf Monate lag bei 83 Prozent.
CEO Denis Machuel verweist in der Mitteilung auf einen weiteren Baustein der Strategie: Der Anteil der Umsätze, die durch KI-gestützte Agenten abgewickelt werden, hat das ursprüngliche Jahresziel von 50 Prozent bereits erreicht. Der Konzern hebt die Latte nun auf 70 Prozent bis Jahresende an – ein Signal dafür, wie stark Technologieeinsatz mittlerweile die Kostenstruktur des Personaldienstleisters prägt.
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