UBS hat genug gesehen. Die Großbank stufte Adecco diese Woche von „Neutral“ auf „Sell“ herab und senkte das Kursziel von 21 auf 13 CHF. Das ist kein Routineschritt — es ist eine scharfe Abkehr vom Marktkonsens, die den Kurs weiter unter Druck setzt.
Gewinn steigt, Cashflow bricht ein
Das erste Quartal lieferte auf den ersten Blick solide Zahlen. Das organische Umsatzwachstum betrug 5,3 Prozent, der Nettogewinn stieg um 41 Prozent auf 69 Millionen Euro. Kein Wunder, dass der Markt trotzdem enttäuscht reagierte.
Der operative Cashflow zeigte einen Abfluss von 178 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Abfluss von rund 41 Millionen Euro gerechnet. Das ist eine Verfehlung um mehr als das Vierfache. Das Management spricht von saisonalen Effekten und wachstumsbedingter Kapitalbindung — der Markt zweifelt daran, ob das Umsatzplus je in freie Mittel mündet.
Marge sinkt, Kosten steigen
Die Bruttomarge fiel im ersten Quartal auf 18,8 Prozent. Das sind 40 Basispunkte weniger als im Vorjahr und liegt unter den Erwartungen von 18,9 Prozent. Für das zweite Quartal kündigt das Management eine noch niedrigere Marge sowie steigende Vertriebs- und Verwaltungskosten an.
UBS sieht kaum Potenzial für eine Erholung der Profitabilität bis Ende 2026. Die Analysten verweisen auf neue zyklische Risiken und strukturelle Probleme in der Branche. Regionale Stabilisierungen existieren, doch in der zweiten Jahreshälfte drohen neue Belastungen.
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Aktie auf Mehrjahrestief
Die Kursentwicklung spiegelt die Stimmung wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 31 Prozent verloren und notiert mit 17,35 Euro nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 16,34 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 28,64 Euro beträgt fast 40 Prozent.
Auch die Dividendenpolitik brachte keine Entlastung. Adecco schüttete 53 Prozent der Dividende als neue Aktien aus statt als Barzahlung. Rund 5,3 Millionen neue Aktien wurden zu 16,94 CHF ausgegeben — das schont die Liquidität, verwässert aber bestehende Aktionäre.
CEO Denis Machuel betont Marktanteilsgewinne von 365 Basispunkten gegenüber Wettbewerbern und verweist auf KI-gestützte Rekrutierungstools. Der Markt schaut woanders hin: auf Cashflow und Marge. Die nächsten detaillierten Finanzdaten erscheinen voraussichtlich im August — dann zeigt sich, ob das Management die Lücke zwischen Gewinnausweis und Liquidität schließen kann.
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