Fast die Hälfte des Börsenwerts weg in nur zwölf Monaten. Bei Accenture summieren sich schwache Zahlen, vorsichtige Prognosen und nun auch ein gesenktes Kursziel zu einem Bild, das Anleger nervös macht. Die Deutsche Bank kappte am Freitag ihr Kursziel für die Aktie von 140 auf 136 Dollar.
Die Aktie schloss am Freitag bei 118,45 Euro, ein Tagesminus von 2,63 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,04 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich das Minus auf fast 20 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier 46,61 Prozent verloren, binnen zwölf Monaten sogar 51,94 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 250,95 Euro aus dem Januar trennen die Aktie mittlerweile 52,80 Prozent. Zum Tief von 103,60 Euro, aufgestellt erst im Juni, beträgt der Abstand nur noch 14,33 Prozent. Der Kurs liegt derzeit auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 186,87 Euro. Die Marktkapitalisierung des Beratungskonzerns beläuft sich noch auf rund 74,49 Milliarden Euro.
Enttäuschung nach den Quartalszahlen
Der Kursverfall begann nicht erst am Freitag. Am 18. Juni legte Accenture seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor. Der Gewinn je Aktie lag bei 3,80 Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten.
Der Umsatz verfehlte dagegen mit 18,72 Milliarden Dollar die Konsensschätzungen knapp. Schwerer wog der Rückgang bei den Neuaufträgen: Sie sanken auf 19,3 Milliarden Dollar, ein Minus von 2 Prozent in US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.
Das Management senkte zudem die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf ein Wachstum von 3 bis 4 Prozent in lokaler Währung. Als Gründe nannte Accenture pausierende Kundenprojekte wegen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Hinzu kommen Sorgen, wie künstliche Intelligenz das klassische Beratungsgeschäft verändert. Die Kombination aus beidem schickte die Aktie in den Tagen nach der Veröffentlichung deutlich nach unten.
Ausschüttungen laufen weiter
Trotz der Kursschwäche hält Accenture an seiner Strategie fest. Im dritten Quartal zählte der Konzern 104 Großaufträge über jeweils mindestens 100 Millionen Dollar, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verweist dabei besonders auf große KI-Transformationsprogramme bei Kunden.
An die Aktionäre floss im dritten Quartal einiges zurück: 2,2 Milliarden Dollar insgesamt, davon 1,2 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und 1,0 Milliarden Dollar für Dividenden. Je Aktie zahlt Accenture eine Quartalsdividende von 1,63 Dollar. Das Rückkaufprogramm für das laufende Geschäftsjahr wurde zudem aufgestockt, auf nun 7,5 Milliarden Dollar. Insgesamt will der Konzern für das Gesamtjahr mindestens 9,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeben.
Analysten bewerten die Aktie derzeit mehrheitlich mit „Hold“. Mit einem RSI von 41,2 ist das Papier weder überkauft noch überverkauft, die annualisierte Volatilität von rund 65 Prozent zeigt aber, wie nervös der Markt das Unternehmen aktuell einschätzt. Ob die nächsten Quartalszahlen die gesenkten Erwartungen bestätigen oder übertreffen, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die Aktie vom Junitief weiter lösen kann.
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