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Symbolbild, KI-generiert

ABO Wind Aktie: Rettung in Sicht

Die Anleihegläubiger von ABO Wind haben den Sanierungsplänen zugestimmt und dem Unternehmen damit dringend benötigte operative Handlungsfähigkeit zurückgegeben. Der Konzern erwartet für 2025 jedoch einen Rekordverlust.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Über 99 Prozent der Gläubiger stimmten Sanierung zu
  • Unternehmen erwartet Rekordverlust von 170 Millionen Euro
  • Aktienkurs stürzte von 45 Euro auf 4,25 Euro ab
  • Zuschläge für drei neue Solarparks mit 50 MW

Nach einem beispiellosen Kursabsturz und drohenden Rekordverlusten stand der Projektentwickler operativ mit dem Rücken zur Wand. Nun haben die Anleihegläubiger dem kriselnden Unternehmen in letzter Minute eine dringend benötigte Atempause verschafft. Reicht dieser gewonnene Spielraum aus, um das Ruder endgültig herumzureißen?

Auf der zweiten Gläubigerversammlung am vergangenen Montag stimmten über 99 Prozent der anwesenden Investoren den Sanierungsplänen zu. Konkret setzten sie eine sogenannte Negativverpflichtung bis Ende 2026 aus und strichen bestimmte Kündigungsrechte. Für den operativen Alltag hat dieser formale Akt enorme Bedeutung: Das Unternehmen darf wieder bankübliche Sicherheiten hinterlegen und an wichtigen Bieterverfahren teilnehmen. Damit gewinnt der Konzern seine Handlungsfähigkeit zurück, nachdem eine erste Versammlung im Februar noch an einer zu geringen Teilnehmerquote gescheitert war.

Ursachen des dramatischen Absturzes

Der drastische Sanierungsschritt war unausweichlich geworden, da das Management für das abgelaufene Jahr 2025 einen massiven Rekordverlust von rund 170 Millionen Euro erwartet. Verantwortlich für diese fundamentale Schieflage sind in erster Linie stark gesunkene Einspeisevergütungen bei deutschen Wind-an-Land-Auktionen. Diese drückten die Margen erheblich und zwangen das Unternehmen zu Wertberichtigungen in Höhe von 35 Millionen Euro.

Zusätzliche Verzögerungen in europäischen Auslandsmärkten belasteten die Bilanz weiter. Am Kapitalmarkt spiegelte sich diese toxische Mischung schonungslos wider: Der Aktienkurs brach von seinem 52-Wochen-Hoch bei über 45 Euro auf ein historisches Tief von 4,25 Euro im Februar ein.

Strategiewechsel und erste Lichtblicke

Um sich aus der Krise zu befreien, treibt das Management neben einem Effizienzprogramm den Umbau vom reinen Projektentwickler zum unabhängigen Stromproduzenten voran. Ein Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken sichert bereits seit Januar die Liquidität.

Parallel zeigen sich im operativen Geschäft erste Stabilisierungstendenzen. Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur sicherte sich das Unternehmen Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung zu auskömmlichen Konditionen. Der Baustart für diese Projekte in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist für Herbst 2026 fixiert.

Die wiedergewonnene Handlungsfähigkeit durch das Gläubigervotum ist ein entscheidender Etappensieg, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus. Am 22. Juni muss das Management mit der Vorlage des testierten Jahresabschlusses für 2025 handfeste Zahlen liefern. An diesem Tag wird sich anhand der Bilanzen belegen lassen müssen, ob die eingeleiteten Kostensenkungen bereits greifen und der Restrukturierungsplan das Unternehmen tatsächlich zurück in die Gewinnzone führen kann.

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