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Symbolbild, KI-generiert

ABO Wind Aktie: CFO-Abgang mitten in der Sanierung

Der langjährige CFO von ABO Energy tritt überraschend zurück, während das Unternehmen gleichzeitig eine wichtige Gläubigerzustimmung für seinen Sanierungsplan erhält.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Finanzvorstand Alexander Reinicke verlässt Geschäftsführung
  • Gläubiger stimmen Sanierungsmaßnahmen fast einstimmig zu
  • Erwarteter Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro
  • Erster Batteriespeicher erfolgreich in Betrieb genommen

Der Abgang eines langjährigen Finanzchefs in der heißen Phase einer Restrukturierung ist selten ein Zeichen von Ruhe. Bei ABO Energy trifft dieser Schritt auf ein Unternehmen, das gleichzeitig einen wichtigen Etappensieg bei seinen Gläubigern errungen hat.

Alexander Reinicke, seit rund zwei Jahrzehnten im Unternehmen und maßgeblich an der Umwandlung in eine KGaA im Jahr 2024 beteiligt, schied gestern mit sofortiger Wirkung aus der Geschäftsführung aus. Gründe nannte das Unternehmen nicht. Seine Aufgaben werden vorerst auf das bestehende Führungsteam verteilt.

Gläubiger stimmen dem Sanierungsplan zu

Nur vier Tage zuvor hatte ABO Energy einen klaren Vertrauensbeweis erhalten: Auf der Gläubigerversammlung zur Anleihe 2024/2029 stimmten mehr als 99 Prozent der Anleihegläubiger den vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen zu. Im Kern geht es um die Aussetzung einer Negativverpflichtung bis Ende 2026 sowie den befristeten Verzicht auf bestimmte Kündigungsrechte. Das ermöglicht dem Unternehmen, wieder bankübliche Sicherheiten zu stellen — eine Grundvoraussetzung, um an Wind- und Solarausschreibungen teilzunehmen, für die Bürgschaften erforderlich sind.

Verlust von 170 Millionen Euro erwartet

Der Hintergrund dieser Maßnahmen ist ernst. Für 2025 erwartet das Management einen Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro. Gesunkene Margen bei deutschen Windkraftausschreibungen, Wertberichtigungen in zweistelliger Millionenhöhe und Projektverzögerungen in europäischen Auslandsmärkten belasteten das Ergebnis erheblich.

Operativ gibt es dennoch Fortschritte: Am 11. März nahm ABO Energy gemeinsam mit Partner Field einen 33-Megawattstunden-Batteriespeicher im hessischen Waldkappel in Betrieb — ein erster konkreter Schritt im Ausbau des Speichergeschäfts.

Das Bild bleibt damit gemischt. Die Finanzierungsbasis ist durch das Gläubigervotum vorerst gesichert, die CFO-Position aber vakant. Im Juni soll der testierte Jahresabschluss für 2025 vorgelegt werden — dann lässt sich erstmals belastbar beurteilen, wie weit der Sanierungskurs trägt.

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