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Symbolbild, KI-generiert

ABO Energy: BCG und Rothschild für Restrukturierung mandatiert

ABO Energy muss bis Ende Juli eine Einigung mit Finanzierungspartnern erzielen. Berater unterstützen die Restrukturierung, während Projektverkäufe Liquidität schaffen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stillhaltevereinbarung läuft am 31. Juli aus
  • Boston Consulting und Rothschild mandatiert
  • Solarportfolio in Kolumbien veräußert
  • Aktie legt um 3,36 Prozent zu

ABO Energy steuert auf eine entscheidende Woche zu. Am 31. Juli läuft die Stillhaltevereinbarung mit den Finanzierungspartnern aus – bis dahin muss der Windkraft- und Solarprojektierer mit seinen Gläubigern eine tragfähige Lösung finden. Parallel dazu hat das Unternehmen in den vergangenen Wochen mehrere Vermögenswerte veräußert, um kurzfristig Liquidität zu sichern.

Berater sollen Bilanzrestrukturierung gestalten

Ende Juni mandatierte ABO Energy die Boston Consulting Group für die Eigenkapitalseite der geplanten Bilanzrestrukturierung. Für die Verhandlungen mit den Gläubigern engagierte das Unternehmen zusätzlich Rothschild & Co als Finanzberater. Die Einbindung zweier spezialisierter Häuser signalisiert, wie komplex die anstehende Neuordnung der Finanzierungsstruktur ausfällt. Bereits im März hatte sich die Geschäftsführung verändert: Alexander Reinicke schied als Finanzvorstand aus – ein Wechsel, der zeitlich vor die aktuelle Restrukturierungsphase fällt.

Verkäufe sollen Liquidität sichern

Um die Zeit bis zu einer Einigung mit den Banken zu überbrücken, hat ABO Energy zuletzt mehrere Projekte veräußert. Ende Juni verkaufte das Unternehmen ein Solarportfolio in Kolumbien mit 37,8 Megawatt Kapazität an die NOVVA-Gruppe, ausdrücklich zur Generierung kurzfristiger Liquidität. Im selben Zeitraum erhielt ABO Energy zudem Zuschläge der Bundesnetzagentur für drei Windprojekte an Land – Ohlenbüttel, Hünxe und Willingen – mit einer Gesamtkapazität von 61,4 Megawatt. Solche Zuschläge sichern zwar keine unmittelbaren Zahlungsflüsse, zeigen aber, dass die Projektpipeline trotz der angespannten Finanzlage weiterläuft.

Bereits Anfang April hatte das Unternehmen Projektrechte für einen 63-Megawatt-Windpark im kanadischen New Brunswick veräußert und die finale Zahlung aus dem Verkauf eines 200-Megawatt-Solarprojekts in Kolumbien erhalten. Die Kette der Transaktionen zieht sich damit über mehrere Monate und liest sich wie ein systematisches Freisetzen von Kapital aus internationalen Projektbeständen, während intern an einer Lösung für die Bilanzstruktur gearbeitet wird.

Blick auf Kurs und Termine

Die Aktie reagierte zuletzt mit deutlichen Ausschlägen auf die Nachrichtenlage. Der Kurs legte um 3,36 Prozent zu und notiert aktuell bei 3,54 Euro. Bei einer Marktkapitalisierung von 33,15 Millionen Euro bewegt sich das Papier in einem vergleichsweise engen Rahmen, in dem schon kleinere Handelsbewegungen prozentual stark ausschlagen – ein Umstand, der zur weiterhin hohen Schwankungsbreite der vergangenen Wochen passt.

Für Anleger rücken nun mehrere Termine in den Fokus. Die Stillhaltevereinbarung mit den Finanzierungspartnern endet am 31. Juli – bis dahin muss klar werden, ob und wie die Gläubiger einer Fortführung zustimmen. Im dritten Quartal soll der geprüfte Konzernabschluss für 2025 veröffentlicht werden, im vierten Quartal folgt die ordentliche Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2025. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die eingeleiteten Verkäufe und die Arbeit der beauftragten Berater ausreichen, um eine Einigung mit den Banken zu ermöglichen.

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