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ABO Energy Aktie: Verlust-Schock!

Der Projektentwickler korrigiert seine Jahresprognose drastisch nach unten und erwartet nun einen Verlust von rund 170 Millionen Euro, was zu einem Absturz der Aktie um über 26 Prozent führte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erwarteter Jahresverlust verdoppelt sich auf 170 Millionen Euro
  • Aktienkurs verliert über 26 Prozent an einem Tag
  • Überzeichnete Windausschreibungen belasten das Portfolio
  • Unternehmen treibt Transformation zum Kraftwerksbetreiber voran

Die zweite Gewinnwarnung innerhalb weniger Monate trifft ABO Energy brutal. Der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien musste am 15. Januar seine Prognose drastisch nach unten korrigieren – der erwartete Verlust verdoppelt sich nahezu auf 170 Millionen Euro. Die Aktie verlor daraufhin an einem einzigen Tag über 26 Prozent.

Die wichtigsten Fakten:

  • Konzernverlust für 2025 nun bei rund 170 Mio. Euro (zuvor: 95 Mio. Euro)
  • Gesamtleistung sinkt auf 230 Mio. Euro (zuvor: 250 Mio. Euro)
  • Aktienkurs stürzte von 9,76 Euro auf 7,20 Euro
  • Marktkapitalisierung nur noch 63 Millionen Euro

Verschiebungen und Wertberichtigungen belasten

Die massive Prognoseverschlechterung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Geplante Rechteverkäufe für Wind- und Batterieprojekte in Deutschland im Volumen von rund 40 Millionen Euro rutschten ins Jahr 2026. Zusätzlich belasten Wertberichtigungen von etwa 35 Millionen Euro die Bilanz – eine direkte Folge veränderter Marktbedingungen im In- und Ausland.

Die Kursentwicklung spiegelt das Ausmaß der Enttäuschung wider: Im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat die Aktie bereits 43 Prozent verloren. Bei einem aktuellen Kurs von rund 6,90 Euro liegt der Titel meilenweit vom 52-Wochen-Hoch bei 46,70 Euro entfernt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,4 zeigt die Dimensionen – der Buchwert je Aktie liegt bei 24,69 Euro.

Überzeichnete Ausschreibungen als Kern des Problems

Das strukturelle Problem sitzt tief: Die deutschen Onshore-Windausschreibungen 2025 waren massiv überzeichnet. Im August überstiegen die eingereichten Projekte mit 5,7 Gigawatt das ausgeschriebene Volumen von 3,5 Gigawatt deutlich. Viele Projekte erhielten keinen Zuschlag, die erzielten Einspeisevergütungen fielen niedriger aus als kalkuliert.

Für ABO Energy bedeutete das erhebliche Abschreibungen auf das Projektportfolio sowie zeitliche Verschiebungen wichtiger Windprojekte. Der deutsche Markt, traditionell eine Kernregion des Unternehmens, entwickelt sich zum Belastungsfaktor.

Umbau zum Kraftwerksbetreiber läuft

Der Vorstand hat ein umfassendes Effizienz- und Transformationsprogramm eingeleitet. Die Strukturen und das Länderportfolio werden an das veränderte Marktumfeld angepasst. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Transformation vom reinen Projektentwickler zum Independent Power Producer (IPP) voran – also zum Betreiber eigener Erneuerbare-Energien-Parks.

Ein Lichtblick: Der Verkauf eines 4,4-Gigawatt-Windportfolios in Finnland an den finnischen Energiekonzern Fortum brachte im November 2025 rund 40 Millionen Euro in die Kasse. Die Liquiditätssituation profitiert von diesem Mittelzufluss.

Die hohe ausgewiesene Dividendenrendite von 9,3 Prozent dürfte allerdings Makulatur sein. Bei einem erwarteten Verlust von 170 Millionen Euro erscheint die Fortsetzung der bisherigen Dividendenpolitik unrealistisch. Die endgültigen Geschäftszahlen für 2025 werden zeigen, wie tief der Einschnitt tatsächlich ausfällt und ob das Transformationsprogramm erste Wirkung zeigt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.