Mit dem Verkauf seines Projektportfolios in Südamerika setzt ABO Energy einen weiteren Schritt im laufenden Konzernumbau um. Das Unternehmen veräußerte am Dienstag per verbindlicher Rahmenvereinbarung seine Aktivitäten in Argentinien an die Novva Group. Die Transaktion umfasst Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien mit einer Gesamtkapazität von 3,17 Gigawatt.
Für das Unternehmen markiert die Vereinbarung eine wesentliche Weichenstellung bei der Konzentration der Kräfte. Vorbörslich notiert die Aktie bei 3,39 Euro, womit sich der Börsenwert des Projektentwicklers auf 30,94 Millionen Euro beläuft. Binnen sieben Tagen verzeichnet das Papier ein leichtes Kursplus von 1,8 Prozent.
Sanierungspfad und finanzielle Vereinbarungen
Der Rückzug aus dem argentinischen Markt steht in engem Zusammenhang mit der Neuordnung der Unternehmensfinanzen. ABO Energy hatte sich am 31. Juli mit seinen Finanzierungspartnern auf eine Verlängerung der bestehenden Stillhaltevereinbarung bis zum 30. November 2026 verständigt. Diese Einigung bildet das Fundament für die Fortsetzung des eingeleiteten Restrukturierungsprozesses.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Veräußerung weiterer regionaler Einheiten voran. Vor über einem Monat hatte der griechische Versorger Public Power Corporation S.A. den Erwerb der Landesgesellschaften ABO Energy Polska z.o.o sowie ABO Energy Hungary Kft. von der ABO Energy GmbH & Co.
KGaA vereinbart. Medienberichten zufolge wird der Abschluss für die polnische Gesellschaft für September 2026 erwartet, während der Vollzug für die ungarische Tochtergesellschaft im vierten Quartal 2026 ansteht.
Zukunftsinitiativen in Nordeuropa
Abseits der Verkäufe verfolgt das Unternehmen weiterhin ausgewählte Entwicklungsprojekte. Gemeinsam mit der finnischen Stadt Oulu schloss ABO Energy eine Kooperationsvereinbarung zur Weiterentwicklung eines Vorhabens für grünen Wasserstoff in Nordfinnland ab. Das geplante Projekt zielt auf eine Kapazität von bis zu 600 Megawatt ab und knüpft an eine vorangegangene Standortreservierungsvereinbarung aus dem Jahr 2025 an.
Die kommenden Wochen dürften im Zeichen der operativen Abwicklung der angekündigten Verkäufe stehen. Maßgeblich für die weitere Ausrichtung bleibt das Erreichen tragfähiger Lösungen mit den Geldgebern vor Ablauf der Stillhaltefrist Ende November.
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