ABO Energy steht unter erheblichem Druck. Nach einem Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro – mehr als dem doppelten der ursprünglichen Prognose – und einem Kurseinbruch von über 90 Prozent entschied gestern eine Gläubigerversammlung in Wiesbaden über den weiteren Restrukturierungskurs des Erneuerbaren-Projektierers.
Zweiter Anlauf mit niedrigerer Hürde
Der gestrige Abstimmungstermin war bereits der zweite Versuch. Bei der vorangegangenen Abstimmung ohne Versammlung hatten zwar die meisten teilnehmenden Gläubiger den Vorschlägen zugestimmt, doch die erforderliche Mindestbeteiligung von 50 Prozent wurde mit 38 Prozent deutlich verfehlt. Diesmal lag das Quorum für die Beschlussfähigkeit nur noch bei 25 Prozent.
Die Anleihegläubiger stimmten über mehrere Änderungen der Bedingungen der Anleihe 2024/2029 ab. Kern der Vorschläge: Die Negativverpflichtung, die neue Kredite und Bürgschaften blockiert, soll aufgehoben werden. Zusätzlich sollen Kündigungsrechte der Gläubiger bei Umschuldungsverhandlungen entfallen und weitere Kündigungsrechte bis Ende Mai ausgesetzt werden. Ein gemeinsamer Vertreter soll die Interessen der Gläubiger im Restrukturierungsprozess bündeln. Seit dem 23. Januar besteht bereits eine Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern wesentlicher Finanzierungen.
Dramatischer Verlust als Ausgangslage
Noch im November 2025 hatte ABO Energy einen Jahresfehlbetrag von 95 Millionen Euro erwartet. Im Januar korrigierte das Unternehmen diese Prognose auf rund 170 Millionen Euro – bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro. Als Ursachen nennt das Unternehmen überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit sinkenden Vergütungen, Projektverschiebungen und Sonderabschreibungen in Höhe von 35 Millionen Euro.
Die Kapitalmärkte reagierten entsprechend hart: Die Aktie fiel vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar. Die Anleihe 2024/2029 notiert derzeit bei rund 16 Prozent des Nennwerts.
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Operativer Lichtblick und Transformationsstrategie
Parallel zur Restrukturierung vermeldet das Unternehmen operative Erfolge im Solargeschäft. In der jüngsten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur sicherte sich ABO Energy Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt. Über alle drei Solar-Ausschreibungsrunden 2025 summieren sich die Zuschläge auf rund 107 Megawatt.
Die mittelfristige Strategie sieht die Umstellung auf ein Betreibermodell als Independent Power Producer vor. Das Projektportfolio umfasst eine Pipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten, mehr als ein Drittel davon in Deutschland und Frankreich. Bereits für 2026 plant das Management die Rückkehr in die Gewinnzone. Das eingebundene CRO-Team Hübner Management soll die operative Umsetzung begleiten.
Ein positives Abstimmungsergebnis würde dem Unternehmen den nötigen finanziellen Spielraum verschaffen, um diesen Kurs fortzusetzen. Der Jahresabschluss 2025 wird am 22. Juni veröffentlicht, die Hauptversammlung findet am 13. August statt – beide Termine dürften weitere Klarheit über den tatsächlichen Stand der Restrukturierung liefern.
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