Wirksamkeit stark, Sicherheitsprofil offen: Abivax steckt nach den ABTECT-Daten in einer heiklen Neubewertung. Die Aktie stabilisiert sich am Freitag etwas und notiert bei 90,40 Euro, ein Plus von 1,63 Prozent zum Schlusskurs von 88,95 Euro.
Der jüngste Schaden bleibt sichtbar. Auf Wochensicht liegt die Aktie 20,28 Prozent im Minus, seit Jahresanfang sind es 21,53 Prozent. Auf Jahressicht steht trotz des Rückschlags noch ein Plus von 1.193,28 Prozent.
Obefazimod liefert starke Studiendaten
Im Zentrum steht Obefazimod, der Wirkstoffkandidat gegen Colitis ulcerosa. Die Phase-3-Studie ABTECT zeigte klare Wirksamkeit. Der entscheidende Messpunkt lag in Woche 44.
In der 25-mg-Gruppe erreichten 50,8 Prozent der Patienten eine klinische Remission. In der Placebo-Gruppe lag die Quote nur bei 10,4 Prozent. Das ist ein deutlicher Abstand.
Auch die 50-mg-Gruppe schnitt stark ab. Dort erreichten 51,3 Prozent der Patienten eine klinische Remission. Medizinisch ist das ein positives Signal für die Zulassungschancen.
Krebsfälle belasten das Profil
Der Markt reagierte trotzdem hart. Insgesamt traten acht Krebsfälle in den Studiengruppen auf. Sieben davon entfielen auf die 50-mg-Dosis.
Ein weiterer Fall trat unter 25 mg auf. Genau dieser Punkt treibt nun die Debatte über das Risikoprofil. Die Aktie brach am 2. Juni 2026 zeitweise um mehr als 40 Prozent ein.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Abivax?
Die Lage ist damit nicht einfach eine klassische Biotech-Reaktion auf Studiendaten. Abivax hat Wirksamkeit gezeigt, muss aber das Sicherheitssignal sauber erklären. Das dürfte spannend werden.
Analysten bleiben gespalten
Die Reaktionen der Analysten fallen weit auseinander. Jefferies senkte das Rating auf „Hold“ und kappte das Kursziel deutlich. Andere Häuser halten an hohen Zielwerten fest.
- Jefferies: „Hold“, Kursziel 90 Dollar
- Wolfe Research: Kursziel 136 Dollar
- Citizens: Kursziel 187 Dollar
- Morgan Stanley: Kursziel 132 Dollar
Diese Spanne zeigt den Kern des Falls. Wer stärker auf die Wirksamkeit schaut, sieht weiter erhebliches Potenzial. Wer das Sicherheitsthema höher gewichtet, preist mehr regulatorische Hürden ein.
Auch juristisch gibt es Bewegung. Die Kanzlei Levi & Korsinsky prüft mögliche Verstöße gegen das Wertpapierhandelsrecht. Im Fokus steht der Umgang mit den Studiendaten und der anschließende Kurssturz.
FDA-Fahrplan rückt näher
Finanziell hat Abivax vorerst Spielraum. Die liquiden Mittel liegen bei rund 491,6 Millionen Euro. Das Management sieht damit die laufenden Geschäfte bis ins vierte Quartal 2027 finanziert.
Der nächste wichtige Schritt bleibt der Zulassungsantrag bei der FDA. Abivax plant die Einreichung im vierten Quartal 2026. Ein detailliertes Sicherheitsupdate soll bereits im Juni 2026 folgen.
Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für starke Ausschläge. Liefert Abivax eine plausible Einordnung der Krebsfälle, kann sich der Blick wieder stärker auf die Wirksamkeit richten. Rufen die FDA-Prüfer ein Beratungsgremium ein oder verlangen sie eine Black-Box-Warnung, bekommt das Risiko einen deutlich höheren Stellenwert.
Abivax-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Abivax-Analyse vom 5. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Abivax-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Abivax-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Abivax: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
