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AbbVie Aktie: Profiteur vom Abnehm-Boom

Die Nachfrage nach ästhetischen Behandlungen steigt bei Nutzern von GLP-1-Medikamenten stark an. AbbVie profitiert mit seiner Tochter Allergan Aesthetics und kompensiert gleichzeitig den Umsatzrückgang bei Humira.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • GLP-1-Nutzer suchen vermehrt ästhetische Behandlungen
  • Starker Anstieg bei Filler-Injektionen durch 'Ozempic-Face'
  • Gesamtumsatz wächst trotz Humira-Patentablauf
  • Aktie notiert nahe Jahreshoch mit Dividendenhistorie

Der Hype um Abnehmspritzen wie Ozempic oder Wegovy erweist sich für AbbVie als unerwarteter Wachstumstreiber. Während Patienten durch die Medikation massiv an Gewicht verlieren, entstehen neue ästhetische Bedürfnisse, die das Geschäft mit Gesichts-Fillern beflügeln. Die Tochtergesellschaft Allergan Aesthetics meldet eine signifikante Verschiebung im Patientenverhalten, die dem Pharmakonzern in einem sich wandelnden Markt neue Chancen eröffnet.

Synergien zwischen Spritze und Filler

Die jüngsten Daten von Allergan Aesthetics verdeutlichen einen direkten Zusammenhang zwischen dem medizinischen Gewichtsverlust und der Nachfrage nach kosmetischen Eingriffen. Inzwischen suchen 60 % der GLP-1-Nutzer Anbieter auf, die neben den Abnehm-Präparaten auch ästhetische Dienstleistungen anbieten – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Doch was ist der Grund für diesen Trend?

Ein schnelles Schmelzen der Pfunde führt häufig zu einem markanten Volumenverlust im Gesicht, dem sogenannten „Ozempic-Face“. Rund 61 % der betroffenen Patienten berichten von diesem Effekt im Mittelgesicht. Für AbbVie ist dies eine Steilvorlage: 81 % der befragten Ärzte sehen in Hyaluronsäure-Fillern die bevorzugte Methode, um diese körperlichen Veränderungen auszugleichen. In der Folge stieg das Volumen der Filler-Injektionen in dieser speziellen Patientengruppe bereits um ein Drittel an.

Erfolgreiche Transformation nach der Humira-Ära

Abseits der Ästhetik-Sparte meistert AbbVie den schwierigen Übergang nach dem Patentablauf seines einstigen Blockbusters Humira. Dessen Umsatz brach bis 2025 auf 4,5 Milliarden US-Dollar ein, nachdem er zwei Jahre zuvor noch bei über 21 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Dennoch konnte der Konzern seinen Gesamtumsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 8,6 % auf 61,2 Milliarden US-Dollar steigern.

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Dieses Wachstum stützt sich auf ein diversifiziertes Portfolio mit zehn Therapien, die jeweils mehr als eine Milliarde US-Dollar jährlich einspielen. Besonders die neueren Medikamente Skyrizi und Rinvoq füllen die entstandene Lücke erfolgreich aus. Mit einer Pipeline von über 90 aktiven Wirkstoffen und gezielten Zukäufen in den Bereichen Onkologie und Neurologie setzt das Management konsequent auf eine Verbreiterung der Ertragsbasis.

Stabilität auf hohem Niveau

An der Börse wird die strategische Neuausrichtung positiv quittiert. Die Aktie notiert mit 200,50 Euro aktuell nur rund 4 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch und konnte auf Sicht von 30 Tagen fast 9 % an Wert gewinnen. Trotz der rasanten Kursentwicklung der letzten Monate deutet der extrem niedrige RSI-Wert von 16,8 auf eine technisch überverkaufte Situation hin, was im Kontrast zur fundamentalen Stärke steht.

Anleger können sich zudem weiterhin auf die Ausschüttungspolitik verlassen: Mit nunmehr 54 aufeinanderfolgenden Jahren mit Dividendenerhöhungen unterstreicht AbbVie seinen Status als zuverlässiger Dividendenzahler. In den kommenden Monaten wird der Fokus darauf liegen, wie stark die Integration von Gewichtsmanagement und ästhetischen Behandlungen die Margen in der Allergan-Sparte weiter antreiben kann.

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Diskussion zu AbbVie

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.